Stadtplan Leverkusen
17.11.2002 (Quelle: Bayer)
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2002 ist für Bayer das Jahr des Übergangs


Fest der Neujubilare
Wenning: Schwerwiegende Einschnitte durch umfassende Restrukturierungsprozesse


Von links: Erhard Gipperich (Gesamtbetriebsrats-vorsitzender), Jubilar Manfred Teufel, der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning und der Vorsitzende des Jubilarvereins, Ernst-August Kleinheidt.
"Trotz der vielen notwendigen Veränderungen halten wir bei Bayer an Traditionen fest, die für unsere Mitarbeiter von großer Bedeutung sind," betonte Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, beim Fest der Neujubilare. Mit der Veranstaltung, die am Samstag, 16. November, im Kasino an der Kaiser-Wilhelm-Allee in Leverkusen stattfand, werden alle die Mitarbeiter geehrt, die seit 25, 40 oder 50 Jahren dem Unternehmen angehören. In diesem Jahr sind dies 1.395 Beschäftigte, die bei der Bayer AG oder einer der Beteiligungsgesellschaften tätig sind.
Der Vorsitzende des Bayer-Jubilarvereins, Dr. Ernst-August Kleinheidt, wies darauf hin, dass ein solches Jubiläum nur dann erreicht werden könne, wenn das Unternehmen unter den wechselnden Bedingungen des Wettbewerbs immer wieder seinen eigenen Weg gefunden habe und weiter finden werde. Wer so lange wie die Jubilare in seinem Unternehmen tätig war, der identifiziere sich auch damit und habe Höhen und Tiefen miterlebt. "Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben gezeigt, dass sie etwas bewegen können und wollen." Kleinheidt sprach im Namen des Unternehmens einem Jubilar ganz besondere Glückwünsche aus: Manfred Teufel aus Monheim arbeitete 50 Jahre lang im Ingenieurbereich des Bayerwerks Leverkusen und war dort bis zu seiner Pensionierung im April für technische Einrichtungen zuständig.

Werner Wenning unterstrich, 2002 sei für Bayer ein Jahr des Übergangs und des Umbruchs mit einem umfassenden Restrukturierungsprozess, schwerwiegenden Einschnitten im operativen Geschäft und einem schmerzlichen Arbeitsplatzabbau, auch in Deutschland. Mit Blick auf notwendige Maßnahmen zur Kosteneinsparung wie die Schließung des CD-Bades in Leverkusen sagte Wenning: "Wir können nicht einerseits ein breit angelegtes Restrukturierungsprogramm mit einem Abbau von insgesamt 15.000 Stellen von Beginn 2002 bis Ende 2005 initiieren und andererseits Millionen von Euro an Sozialleistungen weiterführen, ohne sie zu hinterfragen. Das können und wollen wir der Gemeinschaft unserer Mitarbeiter nicht zumuten." Man müsse – wie jede Kostenstelle im operativen Geschäft – auch jede Sozialleistung ganz genau daraufhin überprüfen, ob sie noch zeitgemäß und ob sie vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sinnvoll, notwendig und finanzierbar sei. Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens betonte der Vorstandsvorsitzende, "dass wir derzeit allen Grund haben, den Gürtel enger zu schnallen."

Der Bayer-Chef wies darauf hin, dass in den ersten neun Monaten dieses Jahres im fortzuführenden Geschäft der Umsatz mit 21,5 Milliarden Euro um rund 2 Prozent unter dem Vorjahreswert liege, das operative Ergebnis brach sogar um 42 Prozent auf 862 Millionen Euro ein. Ein anderes Bild ergebe sich beim operativen Ergebnis einschließlich der Erträge aus den Veräußerungen: Hier sei eine Steigerung um 43 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro erzielt worden. Ausschlaggebend sei dabei insbesondere der Verkauf von Haarmann & Reimer mit über 900 Millionen Euro Verkaufsgewinn gewesen.

"Um Bayer wieder auf Erfolgsspur zu bringen, haben wir deshalb nach der Marktrücknahme von Lipobay eine umfassende Neuausrichtung eingeleitet", so der Vorstandsvorsitzende. Seit dem 1. Juli arbeite der Konzernvorstand und die zur Unterstützung tätigen Corporate-Center-Bereiche in dieser neuen Organisation. Auch die vier operativen Gesellschaften sowie die drei Servicebereiche haben ihre Arbeit in der neuen Struktur aufgenommen. Erwartet werde, dass alle Gesellschaften im nächsten Jahr nach Zustimmung der Hauptversammlung auch formal-rechtlich errichtet werden könnten.

"Die neue Organisation gibt uns die Strukturen und die notwendige Beweglichkeit, um unser Portfolio-Management und unsere Strategie umzusetzen", so Wenning. Diese neue Struktur habe sich bereits bei der Integration von Aventis CropScience sehr bewährt. Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich überzeugt: "Wir werden aus den Veränderungen gestärkt hervorgehen. Denn wir bei Bayer haben eine erstklassige Mannschaft, die die Ärmel hochkrempelt und die vor uns liegenden Herausforderungen mit Engagement anpackt."

Zur neuen Struktur des Unternehmens betonte der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzend Erhard Gipperich: "Wir, die Arbeitnehmervertreter, wollen uns gemeinsam mit der Unternehmensleitung zu einem weiterhin integrierten, chemisch-pharmazeutischen Gesamtkonzern bekennen, der durch den Zukauf von Aventis CropScience noch an Schlagkraft und Positionierung gewonnen hat. Gemeinsam sind wir stark."

Der Betriebsratsvorsitzende ging in diesem Zusammenhang auf die anstehenden Kostensenkungsprogramme und den damit verbundenen Stellenabbau ein. Er wies auf die wegweisende Betriebsvereinbarungen hin, wobei sich die Vereinbarung zur Standortsicherung inzwischen auf großartige Weise bewährt habe. "Sie gibt jedem die Sicherheit, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2004 ausgeschlossen sind." In diesen Zeiten lohne es sich, für sichere Arbeitsplätze, garantierte Standorte, qualifizierte Ausbildung und ein verbrieftes Einkommen zu kämpfen. Mit Blick auf die Politik sagte Gipperich, sie sei gefordert, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht zu gefährden. Außerdem dürfe sie nicht mit höheren Steuern und Abgaben den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in die Tasche greifen.


Bilder, die sich auf 2002 ist für Bayer das Jahr des Übergangs beziehen:
00.11.2002: Wenning, Gipperich, Kleinheidt und Teufel

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Letzte Änderung am 17.11.2014 00:56 von leverkusen.
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