Stadtplan Leverkusen
06.08.2005 (Quelle: Landesgartenschau)
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Landesgartenschau-Amateurfunker funken noch bis Oktober in die ganze Welt


Bisher 1400 Stationen in 160 Ländern von Japan bis Afrika erreicht

Eine Reise über tausende Kilometer innerhalb von nur wenigen Minuten, unter anderem in die Türkei, nach Spanien und Portugal oder Russland - das ist schon ein Kunststück, das keinem "normalen" Menschen gelingt. Für Funkamateure ist das jedoch kein Problem. "Überall in der Welt, wo jemand am Empfangsgerät sitzt, nehmen wir mit diesem Kontakt auf", erklärt Hans-Joachim Ottmann, Amateurfunker und Vorsitzender des 85 Mitglieder zählenden Ortsverbandes Leverkusen im Deutschen Amateur-Radioclub.

Noch bis zum 9. Oktober sind die Funker auf der Landesgartenschau in Leverkusen in ihrem "Funker-Container" täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr anzutreffen. Von hier senden sie ihre Meldungen rund um den Erdball. "Seit Mitte April", schildert der Amateur-Funker Egon Meier-Engelen, "haben wir schon 1400 verschiedene Stationen in mehr als 160 Ländern erreicht, unter anderem auch in Afrika, Argentinien, Australien, Japan oder im Pazifischen Ozean."

Leverkusener Freundschaften weltweit - Politik ist ein Tabuthema Um überhaupt in alle Welt senden zu können, werden ein Kurzwellen-Sende- und Empfangsgerät sowie eine Antenne benötigt. Während die ersten beiden Teile ruhig etwas kleiner sein dürfen - manche wiegen nur 200 Gramm, damit sie bequem in den Koffer passen - sollte eine Antenne schon größere sein. Je größer die Antenne, desto größer die Reichweite, lautet ein Grundsatz der Funker. Überhaupt: "Die Antenne ist die wichtigste Einrichtung bei der Amateurfunk-Station", erklärt Meier-Engelen. Denn sie könne so manche Schwächen der Station ausgleichen.

Die Funksprache ist im allgemeinen Englisch. Da aber zugleich eine internationale Morsesprache angewendet wird, gibt es unter Funkern keine Sprachschwierigkeiten. Zunächst wird der Kontakt über einen "allgemeinen Anruf" hergestellt. Das bedeutet, sobald sich jemand an der anderen Seite des Drahtes meldet, erfragt der Anrufer Standort und Name des Ansprechpartners. Funker, deren Ehrgeiz es ist, möglichst viele Kontakte in alle Welt herzustellen, machen an dieser Stelle einen Haken in ihrem Logbuch. Andere sind eher am Austausch über technische Details interessiert. Wieder andere pflegen gerne das Gespräch mit fremden Menschen, wobei Politik zu den Tabuthemen gehört.
Durchaus schon so manche Freundschaft ist nach einem längeren Gespräch entstanden. Meier-Engelen schildert, dass er Phyllis und Warren, ein befreundetes Ehepaar aus Los Angeles (Kalifornien), auf diese Weise kennen gelernt habe. Bis heute halte die 1980 entstandene Freundschaft, obwohl der Ehemann inzwischen verstorben sei.

Alles hängt vom Stand der Sonne ab: Landesgartenschau-Funker wollen den Nachwuchs für ihr Hobby begeistern

Vom Stand der Sonne ist es abhängig, wie gut der Empfang klappt. Das hängt damit zusammen, dass der Funkkontakt auf die andere Seite der Erde, also nach Australien, durch Reflektion zustande kommt. Das heißt über der Erde gibt es in rund 400 Kilometern Höhe eine Schutzschicht, die so genannte Ionosphäre, innerhalb derer die Kurzwellen gleichsam einer Zickzack-Linie abgestrahlt und entlang geleitet werden. Und das klappt bei Sonne einfach besser. Nicht zuletzt ist es diesen Erkenntnissen der Funkamateure zu verdanken, dass die Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer Wellen in der Vergangenheit erforscht und nachgewiesen werden konnten. Umgekehrt machen sich die Funker aber auch die neue Technik zu Eigen. Neben dem Morsen und Funksprechen spielt mittlerweile der Computer eine große Rolle. Funkfernschreiben, die Übertragung stehender und beweglicher Bilder, um nur einiges zu nennen, sind seit einigen Jahren selbstverständliche Betriebsarten. Den Leverkusener Funkern ist das ganz lieb. Auf diese Weise, so hoffen sie, könne man vielleicht so manchen Jugendlichen für den Amateurfunk begeistern.

Über Kurse und technische Demonstrationen werden junge Leute an den Funk herangeführt. Unterricht erhalten sie in Leverkusen zum Beispiel am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium im Rahmen des Physikunterrichtes, Kurse gibt es auch in vielen anderen Städten. Einige Teenager haben nach der Ausbildung sogar die erforderliche Prüfung bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post abgelegt und sind, sehr zur Freude der Älteren, zu aktiven Funkern geworden.

Funker fördern die Freundschaft zwischen den Kulturen und Völkern

Was macht eigentlich den Reiz dieses Hobbys aus? "Jeder von uns hat seinen speziellen Grund", sagt Ottmann. Tatsache aber sei, dass Amateurfunk keine Grenzen kenne und Kontakte in alle Welt und zu Ländern aller Regierungsformen zur täglichen Praxis gehören. Freundschaft zwischen Funkamateuren aller Länder, die Förderung der Toleranz und Kultur zählen deshalb auch zu den wichtigen Dingen dieses Hobbys. Und selbst in Notfällen können Funker immer noch etwas bewegen. Wenn alles an Kommunikation zusammenbricht, sind es die Funkamateure, die mit einfachen Mitteln den Kontakt herstellen können. Schon bei vielen Erdbebenkatastrophen wurde das deutlich.


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Letzte Änderung am 22.05.2013 23:44 von leverkusen.
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