Stadtplan Leverkusen
17.07.2006 (Quelle: TSV Bayer 04)
<< Erneut Bronze für 3x1000-Meter-Staffel der männlichen Jugend   Junger Fahrer flüchtete >>

Strauss nach DM mit sechs Titeln: „Unser Nachwuchskonzept greift“


Mit so vielen Goldmedaillen wie seit vier Jahren nicht mehr sind die Leichtathleten des TSV Bayer 04 Leverkusen von den Deutschen Meisterschaften in Ulm heimgekehrt. Sechs Titel holten sie im Donaustadion und waren damit so erfolgreich wie zuletzt 2002 in Wattenscheid. Darüber hinaus gab es zwei silberne Plaketten und vier Bronzene. Siege feierten am zweiten Tag Stabhochspringerin Silke Spiegelburg und Hammerwerfer Markus Esser, außerdem erkämpften die noch in der A-Jugend startberechtigte Annett Horna und die 4x400-Meter-Staffel der Männer Bronze.

Am Samstag hatten schon Speerwerferin Steffi Nerius, Hochspringerin Julia Hartmann, Stabhochspringer Lars Börgeling und Weitspringer Sebastian Bayer gewonnen. Mit Silber dekoriert wurden Richard Spiegelburg im Stabhochsprung und Susanne Keil im Hammerwerfen, auf dritte Plätze kamen Speerwerferin Annika Suthe und die 4x100-Meter-Staffel der Frauen.

„Diese Meisterschaften waren ein deutliches Zeichen dafür, dass die Umsetzung unseres Konzeptes mit Nachwuchsathleten und Sportlern, die in der Region zu Hause sind, greift“, sagte Abteilungsleiter Joachim Strauss in seiner DM-Bilanz. „Wir haben jetzt mit den jungen Leuten so viele Goldmedaillen geholt wie 2002, als wir noch zahlreiche eingekaufte Athleten in unseren Reihen hatten.“ Mit insgesamt zwölf Medaillen wurde zudem eine Plakette mehr gewonnen als vor einem Jahr in Wattenscheid (4/3/4), allerdings drei weniger als 2004 (15 - 5/3/7), zwei weniger als 2003 (14 – 5/5/4) und acht weniger als 2002 (20 – 6/8/6).

Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann hob wie Strauss die Rolle der Nachwuchsathleten beim Zustandekommen des Ergebnisses hervor: „Man hat gesehen, wie Athleten wie Sebastian Bayer, Silke Spiegelburg, Julia Hartmann und Annett Horna nahtlos den Übergang von der Jugend in die Erwachsenenklasse geschafft haben. Hinzu kamen noch gute junge Sportler in den Staffeln sowie weitere in den Einzelfinals.“

Nach den Titelkämpfen können elf Leverkusener Athleten auf eine Nominierung für die Europameisterschaften im schwedischen Göteborg (6. bis 13. August) durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) am Dienstag hoffen. Außer den bereits feststehenden Mehrkämpfern Jennifer Oeser und Stefan Drews sind es die Werfer Markus Esser, Susanne Keil (beide Hammer) und Steffi Nerius (Speer) sowie die Stabhochspringer Lars Börgeling und die Spiegelburg-Geschwister. Erwartungen hegen zudem die beiden U20-Vize-Europameister Julia Hartmann (Hochsprung) und Sebastian Bayer (Weitsprung), die zwar beide keine Norm haben, deren Fälle aber in der Nominierungssitzung am Montag diskutiert werden sollen. Stefan Wieser liebäugelt trotz seines sechsten DM-Platzes über 100 Meter mit einem Einsatz in der Sprintstaffel. Er ist in 10,33 Sekunden weiter zweitschnellster Deutscher des Jahres 2006.

Angespornt von ihrem Bruder Richard, der am Vortag mit 5,70 Metern zur Vizemeisterschaft geflogen war, verteidigte Silke Spiegelburg am Sonntag ihren Stabhochsprung-Titel erfolgreich und steigerte sich dabei um vier Zentimeter auf 4,55 Meter: „Übermorgen kann ich Fehler analysieren, heute wird gefeiert. Vielleicht hat mich Richards toller Wettkampf ein bisschen beflügelt. Das wäre jetzt das erste Mal, dass wir zusammen bei einer internationalen Meisterschaft sind. Das war unser Traum.“ Der schien zwischenzeitlich in Gefahr, denn bei 4,35 Metern brauchte die 20-Jährige den dritten Anlauf: „Das war Nervenkitzel pur.“

Mit einem Kuss auf den Boden und einem Sturmlauf zu seinen im Publikum sitzenden Eltern bedankte sich Markus Esser, nachdem er die Siegesserie von Ex-Weltmeister Karsten Kobs (Dortmund-Lanstrop) bei Deutschen Meisterschaften gestoppt und ihm den achten Triumph in Serie vermasselt hatte: „Es gibt Wettkämpfe, da ist es egal wie weit man wirft, Hauptsache man gewinnt. Ich bin überglücklich, dass es mit dem Titel endlich geklappt hat. Die Wachablösung von Karsten Kobs gab es schon vorher, nur bei Deutschen Meisterschaften bisher nicht“, meinte Esser nach 78,43 Metern, die ihm sein erste DM-Gold bescherten. Zuvor hatte es seit 2000 zu viermal Bronze und zweimal Silber gereicht. Diesmal musste der Ex-Leverkusener Kobs mit Silber vorlieb nehmen (78,10 m).

Pragmatisch und knapp wie immer kommentierte die U20-EM-Achte Annett Horna ihre Bronzemedaille über 800 Meter: „Anders als bei der Jugend konnte ich mich hier einfach nur reinhängen ins Feld, das war ganz praktisch.“ 2:06,29 Minuten wurden für Horna gestoppt, deren großes Ziel in diesem Jahr die U20-Weltmeisterschaften in Peking (15. bis 20. August) sind. Vorher stehen in der kommenden Woche in Wattenscheid aber erst noch die Deutschen Jugendmeisterschaften an.

Für 400-Meter-Europameister Ingo Schultz ist der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung ausgeträumt. Der 30-Jährige wurde im Einzelwettbewerb in 47,05 Sekunden nur Achter, nachdem er erst im Mai nach über eineinhalbjähriger Wettkampfpause wegen einer Fußverletzung auf die Laufbahn zurückgekehrt war: „Es haben mich alle gewarnt, dass das erste Jahr schwer wird. Ich muss jetzt geduldig bleiben. Die Tempohärte war noch nicht da. Ich habe alles versucht, aber es hat leider nicht geklappt.“ Entschädigt wurde Schultz immerhin mit Bronze durch die 4x400-Meter-Staffel (3:12,27 min), deren Stab er als Schlussläufer ins Ziel trug. „Ich bin überzeugt, dass er den Anschluss wieder schafft. Er hat jetzt gesehen, dass man nach einer langen Pause zwar schnell wieder ein gutes Niveau erreichen kann, der nächste Schritt dann jedoch dauert“, sagte Paul Heinz Wellmann.

Einzige wirkliche DM-Enttäuschungen waren aus Leverkusener Sicht Weitspringer Nils Winter und Hochspringer Roman Fricke sowie der verletzungsbedingte Ausfall von Dreisprung-Vize-Europameister Charles Friedek. „Über das Abschneiden von Nils und Roman bin ich traurig“, erklärte Wellmann. „Da haben wir uns mehr versprochen.“ Beide hatten im Vorfeld noch auf die EM-Nominierung gehofft, doch der WM-Zwölfte Winter als Siebter mit 7,59 Metern und Olympiastarter Fricke als Vierter mit 2,10 Metern waren weit davon weg. Alle anderen Bayer-04-Trümpfe hatten einwandfrei gestochen.

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen des zweiten Wettkampftages:

Männer: 400 Meter: 8. Ingo Schultz 47,05 sec; 4x400 Meter: 3. TSV Bayer 04 (Rasgawa Pinnock – Stefan Drews – Stefan Wieser – Ingo Schultz) 3:12,27 min; Hochsprung: 4. Roman Fricke 2,10 m, 5. Sebastian Kneifel 2,10 m; Hammerwurf: 1. Markus Esser 78,43 m, 6. Benjamin Boruschewski 71,50 m.

Frauen: 200 Meter: 7. Mareike Peters 24,29 sec; 400 m: 7. Caroline Dieckhöner 54,68 sec; 800 Meter: 3. Annett Horna 2:06,29 min; 1500 Meter: 6. Kerstin Marxen 4:28,94 min; 400 Meter Hürden: 5. Maren Schott 59,63 sec; 4x400 Meter: 6. TSV Bayer 04 (Maren Schott – Maike Jeanette WildenNatalie Mehring – Caroline Dieckhöner) 3:46,75 min; Stabhochsprung: 1. Silke Spiegelburg 4,55 m, 6. Floé Kühnert 4,35 m; Weitsprung: 7. Jennifer Oeser 6,01 m.

Mehr Informationen mit Live-Ticker und den kompletten Ergebnissen gibt es unter www.leichtathletik.de.


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Letzte Änderung am 07.10.2009 10:01 von leverkusen.
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