Stadtplan Leverkusen
11.09.2006 (Quelle: Eislaufinitiative)
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Öffentlicher Brief der Eislaufinitiative Leverkusen


Liebe Freunde und Freundinnen der Leverkusener Eissporthalle,

am Sonntag, 17. September, beginnt um 14 Uhr die vor uns liegende neue Eislaufsaison 2006 / 2007. Dass dieses breitensportliche Ereignis ausgerechnet mit einer neu aufflammenden Absicht beginnt, die Eissporthalle (ESH) zu schließen, hätten wohl die wenigsten erwartet.

Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit den Forderungen des Regierungspräsidenten nach weiteren Kosteneinsparungen in Leverkusen Folge zu leisten, stellt sich uns die Frage, ob die Reaktionen darauf denn tatsächlich so phantasielos und betriebswirtschaftlich zumindest diskussionswürdig ausfallen müssen.

Die erneute Forderung nach einer Schließung der Eissporthalle ist umso unverständlicher, als dass selbst die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zugeben müssen, dass die ESH im letzten Drittel der abgelaufenen Eislaufsaison die Umsatzziele mit Bravour eingehalten hat.

Umso befremdlicher stellt sich nun für uns die Aussage dar, dass mit einem Verkauf der Eissporthalle € 300.000 eingespart werden könnten. So stand es im Leverkusener Stadtanzeiger vom 9.9.06. Die veröffentlichte Zahl der Bezuschussung aber lag laut Kienbaumgutachten Ende 2005 bei € 220.000.

Nun geht es mit der ESH aufwärts, die Pensionierung eines Eismeisters steht bald an, was eine erneute Einsparung in Höhe von ca. € 80.000 bedeutet und nun werden auf einmal € 80.000 mehr an Kosten genannt als Ende 2005?

Eine der beiden Zahlen ist also ganz offensichtlich falsch. Oder werden die Zahlen einfach so genannt, wie sie für den jeweiligen Zweck benötigt werden? Jedenfalls führt eine solch offensichtliche Diskrepanz nicht gerade zu einem hohen Vertrauen in die betriebswirtschaftliche Kompetenz der Verantwortlichen.

Ein weiteres Argument ist ebenso irritierend: Laut einem Beitrag in der Rheinischen Post sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Mende, dass die ESH überwiegend von Besuchern außerhalb Leverkusens besucht würde. Unseres Wissens nach gibt es bislang überhaupt keine Untersuchung, die eine solche Aussage belegen kann! Deshalb war es ja auch einer der ersten Punkte in der Zusammenarbeit zwischen dem Sportpark und der Eislaufinitiative, eine Akzeptanz-Analyse umzusetzen.

Erinnern wir uns: Nachdem wir mit annähernd 9.000 Unterschriften auf die Situation der Eissporthalle erfolgreich aufmerksam machten, kam es zu einer durchweg positiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen dem Sportpark und Vertretern der Eislaufinitiative. Wir erhielten aus Politik und Verwaltung die definitive Zusage, dass eine Umsetzung in der damals verbleibenden Restlaufzeit, vor allem aber in der nun vor uns liegenden Saison 2006 / 2007 erfolgen soll. Anschließend, so die Planung, sollte über die erzielten Ergebnisse gesprochen werden. Aber "Was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern!".

Hier wird nicht nur die intensive ehrenamtliche(!) Mitarbeit für den Erhalt der Eissporthalle brüskiert. Eine solche Aussage, dass die Schließung quasi nur noch eine Formsache sei, ist aus psychologischer Sicht mehr als fatal: Man stelle sich vor, dass während einer Notoperation an einem Patienten, dem durchaus gute Heilungserfolge prognostiziert wurden, auf einmal der Chefarzt reinkommt und mit der Begründung, es müsse ab sofort Sauerstoff eingespart werden, die Herz-Lungen-Maschine abschaltet. Wer soll denn bitteschön jetzt noch in die erfolgreich begonnene Umsetzungsphase für den Erhalt der Eissporthalle eingebunden werden, wenn forsch verkündet wird, die ESH hätte ihre letzte Saison vor sich?

Wenn schon mit spitzem Bleistift gerechnet wird, dann muss auch darüber gesprochen werden, dass eine Schließung der ESH beiweiten nicht kostenlos zu haben ist. Dass wird auch ein Investor, der die Halle übernehmen will, in seiner Kalkulation berücksichtigen müssen. Da der Stadt noch nicht einmal ein Vorvertrag mit einem potentiellen Investor vorliegt, ist die öffentliche Diskussion über einen Verkauf der ESH sowohl ein Wunschdenken, als auch eine gefährliche Situation für die Stadt, da sie mit der öffentlichen Zerredung über ein solch großes Investitionsprojekt nicht gerade Verhandlungsstärke zeigt. Da erst vor wenigen Tagen ein Wertgutachten in Auftrag gegeben wurde, zeigt dies glasklar, dass der Objektwert der ESH noch überhaupt nicht beziffert werden kann.

Wenn Teile der Politik und der Verwaltung als erste Reaktion auf die weiteren Sparvorgaben mit einer Schließungsabsicht eines Objektes wie die ESH reagieren, die nachweislich Wachstumspotential besitzt, dann dürfen wir als Bürger sehr gespannt sein, wie man dann zukünftig auf die weiteren ausstehenden Einsparungs-Forderungen in Höhe von fünf Millionen Euro eingehen wird.

Wenn sich in der Art und Weise, mit dem Kostenspardruck umzugehen, nichts nachhaltig ändert, dann ist das Ergebnis unterm Strich voraussehbar: Verarmung des gesellschaftlichen Lebens und Verödung einer Stadt, die doch einstmals(?) als "Sportstadt Leverkusen" weltweites Ansehen besaß. Die ESH ist ein weiteres Mosaiksteinchen in der langfristig fatalen Vorgehensweise, die Sportstadt Leverkusen Schritt für Schritt zu "demontieren". Dabei ist es wichtiger denn je, Profil zu zeigen, denn Leverkusen wird nicht nur mit dem Leverkusener Kreuz, sondern vor allem auch als Sportstadt identifiziert.


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Letzte Änderung am 11.09.2011 00:30 von leverkusen.
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