Stadtplan Leverkusen
03.03.2007 (Quelle: TSV Bayer 04)
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Danny Ecker springt 36 Jahre nach Mutter Heide zu Hallen-EM-Gold


Stabhochspringer Danny Ecker ist bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Birmingham 36 Jahre nach Mutter Heide im Weitsprung zum Titel geflogen. Dem Olympia-Fünften aus Leverkusen reichten 5,71 Meter, um das 24. Gold für Bayer 04 bei kontinentalen Hallentitelkämpfen zu gewinnen. Zweiter wurde der Ukrainer Dennis Jurtschenko, Dritter der favorisierte Jahres-Weltbeste Björn Otto (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen). Beide meisterten ebenfalls 5,71 Meter, hatten aber mehr Fehlversuche.

Weitspringer Nils Winter und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg überstanden sicher ihre erste Aufgabe und qualifizierten sich jeweils mit Saisonbestleistung als Vierter (Winter/7,94 m) und Fünfte (Spiegelburg/4,50 m) für die Finals am Sonntag.

„Gestern hätte ich noch gedacht, der neue Europameister muss mindestens 5,80 Meter springen, aber heute hatten alle einen schwächeren Tag“, resümierte Ecker nach seinem ersten internationalen Titel. Er ist erst der dritte deutsche Stabhochsprung-Hallen-Europameister nach den beiden Doppelsiegern Wolfgang Nordwig (1971 und 1972) und Tim Lobinger (1998 und 2002). Der Kölner Lobinger wurde dieses Mal mit 5,51 Fünfter, wodurch der Traum vom deutschen Dreifach-Sieg platzte.

Ecker genügten im Finale wie schon in der Qualifikation nur zwei im ersten Versuch übersprungene Höhen. Der Sohn von Doppel-Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl meisterte 5,51 Meter und 5,71 Meter und scheiterte anschließend an 5,81 Metern. Die Goldmedaille nahm der 29-Jährige, der nach seinem Sechs-Meter-Sprung zum deutschen Hallenrekord im Februar 2001 in Dortmund von den Medien schon als neuer Sergej Bubka gehandelt worden war, aus dem Händen des ukrainischen Weltrekordlers entgegen. Zuvor war er gemeinsam mit Björn Otto und der Deutschland-Fahne um die Schultern gelegt auf die Ehrenrunde gegangen.

„Danny hat ja schon bei unserer Pressekonferenz am Dienstag angekündigt, dass er für eine Medaille, auch die goldene, gut ist. Mit so viel Selbstvertrauen konnte das nicht schief gehen“, kommentierte Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann das erste Leverkusener Hallen-EM-Gold seit Dreispringer Charles Friedek im Jahr 2000. „Danny strahlt derzeit ein irres Selbstbewusstsein aus.“

Seit genau 20 Jahren ist Ecker jetzt Mitglied im TSV Bayer 04, solange trainiert er auch schon bei Leszek Klima, der seinem Schützling an diesem Tag in Birmingham ansah, dass er unbedingt Gold wollte: „Er ist unheimlich abgeklärt gesprungen“, meinte Klima: „Jetzt traue ich ihm in der Zukunft zu, dass er wieder da anknüpfen kann, wo er schon war. Auch bei den sechs Metern.“

Hallenmeisterschaften sind für Ecker, der seit Hebst verheiratet und seit 1. Dezember Vater von Töchterchen Marie ist, schon immer ein gutes Pflaster gewesen. Von zuvor zwei Auftritten unterm Dach kehrte er jeweils mit Bronze heim: 1998 von der Hallen-EM in Valencia und 1999 von der Hallen-WM im japanischen Maebashi.

Mutter Heide und Vater John Ecker, ein ehemaliger Basketball-Profi, verfolgten den Wettkampf ihres Sohnes daheim mit Schwiegertochter Katrin. „Als ein Sieg sicher war, haben wir laut gejubelt und erstmal eine Flasche Sekt aufgemacht“, berichtete sie anschließend: „Wie hoch Danny dabei gesprungen ist, ist ganz egal. Bei Meisterschaften kommt es aufs Gewinnen an. Jetzt muss ich dieser Tage mal schauen, wo meine Medaille von 1971 ist. Sie liegt in irgendeinem Karton auf dem Dachboden.“

Mit einer Steigerung ihrer Jahresbestleistung um fünf Zentimeter auf 4,50 Meter erreichte Silke Spiegelburg das Stabhochsprung-Finale am Sonntag (15.05 Uhr MEZ). „Die 4,50 Meter waren der beste Sprung meiner gesamten Hallensaison. Es ist anstrengend, aber schön gewesen“, freute sich die Deutsche Freiluftmeisterin. Sie benötigte nur vier Anläufe und leistete sich lediglich über 4,40 Meter einen Fehlversuch: „Ich bin noch nie mit so wenig Sprüngen in ein Finale eingezogen.“

Damit blieb sich die 20-Jährige selbst treu und erreichte wie auch bei ihren drei bisherigen internationalen Meisterschaften im Aktivenbereich stets den Endkampf. „Vielleicht kann ich jetzt die Favoritinnen ein bisschen ärgern“, meinte die U20-Weltrekordlerin, die sich von Olympia in 2004 Athen (Rang 13) über die Hallen-WM im Winter 2006 in Moskau (Platz acht) bis hin zur Freiluft-EM im Sommer 2006 in Göteborg (Rang sechs) stets in der Platzierung verbesserte.

Für Nils Winter bedeuteten die 7,94 Meter im letzten Sprung eine Steigerung seiner Saisonbestleistung um drei Zentimeter und das ungefährdete Erreichen der Endrunde am Sonntag (16.00 Uhr MEZ). Das ließ ihn von seiner Zielstellung Rang sechs aber nicht abrücken: „Für das Selbstbewusstsein hat der letzte Sprung gut getan. Mein Ziel bleibt aber, mindestens einen Platz besser zu sein als 2005 in Madrid.“ Dort wurde er Siebter. Winter legte in der Qualifikation von Sprung zu Sprung zu und wäre auch schon mit seinem Satz aus der zweiten Runde auf 7,76 Meter unter den besten Acht gewesen.

Der Zeitplan der Leverkusener Hallen-EM-Starter:
(Wettkampf- und Fernsehzeiten in MEZ)

Sonntag, 04. März
15.05 Uhr – Finale Stabhochsprung Frauen (Silke Spiegelburg)
16.00 Uhr – Finale Weitsprung Männer (Nils Winter)
17.45 Uhr – Finale 4x400-m-Staffel (Ingo Schultz)
TV: Eurosport: 13.45 bis 14.15 Uhr und 15.00 bis 18.00 Uhr

Mehr Infos mit Starterlisten, Statistiken, dem detaillierten Zeitplan und vielem mehr gibt es unter www.european-athletics.org und www.birminghamathletics2007.com. Ausführlich mit vielen Stimmen berichtet aus Birmingham auch www.leichtathletik.de.


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