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29.10.2008 (Quelle: Bayer)
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Zwischenbericht zum 3. Quartal 2008: Bayer optimistisch für künftige Geschäftsentwicklung
Umsatz um 2,0 % auf 7,948 (Vorjahr: 7,793) Mrd. € gestiegen
HealthCare und CropScience mit verbesserter Ertragskraft


Bereinigtes Konzern-EBITDA sank um 4,2 % auf 1,493 (1,559) Mrd. €
Deutlicher Ergebnisrückgang bei MaterialScience
Bereinigtes Konzern-EBIT um 6,5 % auf 891 (953) Mio € gefallen
Jahresausblick für 2008 bestätigt / Ergebnis soll 2009 weiter

Nach einer robusten Performance im 3. Quartal hält der Bayer-Konzern an seinen Zielen für das laufende Jahr fest.
"Trotz des erwarteten schwierigen Umfelds im vierten Quartal bestätigen wir unseren Jahresausblick für 2008", betonte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Mittwoch bei einer Telefon-Pressekonferenz. "Wir haben auch Vertrauen in die künftige Geschäftsentwicklung und wollen unser Ergebnis im kommenden Jahr weiter steigern", fügte er hinzu. Nach dem sehr erfolgreichen 1. Halbjahr hat das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Umsatz im 3. Quartal um 2,0 Prozent auf 7,948 (Vorjahr: 7,793) Milliarden Euro gesteigert. Währungs- und portfoliobereinigt entspreche dies einem erfreulichen Anstieg um 5,1 Prozent, erläuterte Wenning. Während die Umsätze von HealthCare und insbesondere CropScience weiter zunahmen, lag MaterialScience in einem schwierigen Marktumfeld auf Vorjahresniveau.

Das Ergebnis war durch einen Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten bei MaterialScience in Höhe von rund 230 Millionen Euro sowie durch weiterhin ungünstige Wechselkurseffekte von rund 110 Millionen Euro belastet. Auch die verbesserte Ertragskraft bei HealthCare und CropScience konnte dies nicht vollständig auffangen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel insgesamt um 66 Millionen Euro bzw. 4,2 Prozent auf 1,493 (1,559) Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) ging um 6,5 Prozent auf 891 (953) Millionen Euro zurück.

Gesundes Wachstum bei Bayer HealthCare

Der Umsatz von Bayer HealthCare stieg im 3. Quartal um 3,3 Prozent auf 3,802 (3,680) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem Plus von 6,1 Prozent. Hierzu trugen beide Segmente - Pharma und Consumer Health - bei.

Im Pharma-Geschäft erhöhte sich der Umsatz um 2,6 (währungs- und portfoliobereinigt: 5,9) Prozent auf 2,638 Milliarden Euro. "Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der oralen Kontrazeptiva der YAZ®-Familie mit einem bereinigten Plus von 15,1 Prozent", sagte Wenning. "Auch in den USA wurde der Umsatz der YAZ®-Familie gesteigert, obwohl dort seit diesem Juli eine generische Version von Yasmin® auf dem Markt ist." Sehr erfreulich entwickelte sich auch das Krebsmedikament Nexavar®, dessen Umsatz währungsbereinigt (wb.) um 62,9 Prozent stieg. Das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon® legte wb. um 15,2 Prozent zu und das Blutermedikament Kogenate® um wb. 14,8 Prozent. Als bedeutenden Fortschritt bezeichnete Wenning die Anfang Oktober erfolgte Zulassung des neuen Thrombosemedikaments Xarelto® in Europa. Das oral einsetzbare Arzneimittel kann nun zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien nach geplanten Hüft- oder Kniegelenkimplantationen bei erwachsenen Patienten angewandt werden. Klinische Studien für weitere Indikationen sind bereits in fortgeschrittenen Phasen. "Diesem innovativen Arzneimittel trauen wir in Zukunft einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zu", bekräftigte Wenning.

Das Segment Consumer Health steigerte den Umsatz um 4,9 (währungs- und portfoliobereinigt: 6,7) Prozent auf 1,164 Milliarden Euro. Hierzu trugen alle Divisionen bei. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) entwickelte sich die Produktlinie Bepanthen®/Bepanthol® mit einem Umsatzplus von wb. 21,4 Prozent besonders positiv. Der Umsatz des Medikaments zur Behandlung von Pilzinfektionen Canesten® wuchs wb. um 11,4 Prozent. In der Division Diabetes Care verbesserte sich das Geschäft mit den Blutzuckermessgeräten Contour® (wb. 19,1 Prozent) und Breeze® (wb. 37,8 Prozent) deutlich, während der Umsatz mit den älteren Geräten der Marke Elite® wb. um 28,7 Prozent zurückging. Die Division Animal Health profitierte von der besonders erfreulichen Entwicklung des Flohbekämpfungsmittels Advantage® (wb. 19,0 Prozent).

Das bereinigte EBITDA des Teilkonzerns erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 1,018 (0,953) Milliarden Euro. Dieser Zuwachs beruhte im Wesentlichen auf dem erfolgreichen Geschäftsverlauf und den erzielten Synergien aus der Schering-Integration. Gegenläufig wirkten negative Währungseffekte sowie deutlich höhere Marketingkosten für den Ausbau der Aktivitäten in Schwellenländern sowie für die Neueinführungen von Produkten.

Bayer CropScience steigert Umsatz und Ergebnis in allen Geschäftsfeldern

"Auch CropScience macht uns weiterhin Freude. Der Teilkonzern konnte den Umsatz in allen Geschäftsfeldern in einem weiterhin positiven Marktumfeld ausbauen", führte Wenning aus. Der Umsatz erhöhte sich um 7,9 (währungs- und portfoliobereinigt: 14,0) Prozent auf 1,248 (1,157) Milliarden Euro.

Das Segment Crop Protection (Pflanzenschutz) steigerte den Umsatz um 8,3 (wb.: 14,7) Prozent auf 1,067 Milliarden Euro. Insbesondere bei den Saatgutbehandlungsprodukten, den Insektiziden und Fungiziden verzeichnete das Unternehmen deutliche Zuwachsraten. Ein besonders kräftiges Wachstum wurde in der Region Lateinamerika/Afrika/Nahost erzielt, die wb. ein Plus von 29,8 Prozent erreichte.

Im Segment Environmental Science/BioScience erhöhte sich der Umsatz um 5,2 (währungs- und portfoliobereinigt: 10,5) Prozent auf 181 Millionen Euro.
Der Geschäftsbereich Environmental Science erzielte wb. ein Umsatzplus von 6,7 Prozent. Hier konnte das Geschäft mit Produkten für professionelle Anwender ebenso wie für private Verbraucher in Europa deutlich gesteigert werden. Der Geschäftsbereich BioScience lag währungs- und portfoliobereinigt um 21,2 Prozent über Vorjahr. Vor allem das Gemüsesaatgut-Geschäft entwickelte sich hier sehr erfreulich.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer CropScience wuchs im 3. Quartal um 24,0 Prozent auf 207 (167) Millionen Euro. Hierzu trugen vor allem höhere Absatzmengen und Preissteigerungen im Pflanzenschutzgeschäft bei.

Bayer MaterialScience von Rohstoff- und Energiekosten erheblich belastet

Der Umsatz von Bayer MaterialScience lag im 3. Quartal bei 2,549 (2,625) Milliarden Euro und unterschritt den Vorjahreswert damit um 2,9 Prozent.
Währungs- und portfoliobereinigt lag der Umsatz auf Vorjahresniveau. Dabei konnte die rückläufige Mengenentwicklung durch Preissteigerungen nahezu vollständig ausgeglichen werden. Das Geschäft in Nordamerika war durch den Hurrikan Ike beeinträchtigt.

Im Segment Systems lag der Umsatz mit 1,850 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Bei den Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethane) konnte das Geschäft mit TDI (Toluylen-Diisocyanat) erfreulich gesteigert werden, während der Umsatz mit MDI (Diphenylmethan-Diisocyanat) leicht sank. Der Bereich Rohstoffe für Lacke und Klebstoffe sowie Spezialitäten konnte Umsatzrückgänge auf dem europäischen Markt durch Zuwächse in Asien/Pazifik nicht vollständig ausgleichen.

Der Umsatz des Segments Materials reduzierte sich um 8,9 (währungs- und portfoliobereinigt: minus 2,3) Prozent auf 699 Millionen Euro. Während das Polycarbonat-Geschäft währungs- und portfoliobereinigt um 2,8 Prozent zurückging, verzeichnete die Business Unit Thermoplastic Polyurethanes ein bereinigtes Plus von 2,9 Prozent.

Das Ergebnis von MaterialScience war im 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahr durch Rohstoff- und Energiepreissteigerungen von rund 230 Millionen Euro erheblich belastet. "Diese Effekte konnten wir durch höhere Preise sowie Einsparungen aus unserem Restrukturierungsprogramm nur zum Teil kompensieren", erläuterte Wenning. Das bereinigte EBITDA des Teilkonzerns sank um 166 Millionen auf 255 Millionen Euro.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie leicht verbessert

Auf Konzernebene betrugen die Sondereinflüsse im 3. Quartal minus 207 (minus 276) Millionen Euro. Nach Sondereinflüssen erhöhte sich das EBIT leicht um 1,0 Prozent auf 684 (677) Millionen Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf 277 Millionen Euro. Im Vorjahreswert von 1,175 Milliarden Euro war ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Steuerertrag von 911 Millionen Euro enthalten, der im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform in Deutschland stand. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie stieg auf 0,85 (0,81) Euro.

Der Brutto-Cashflow lag mit 1,171 Milliarden Euro um 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Aufgrund einer im Vorjahresvergleich geringeren Rückführung des Working Capitals reduzierte sich der Netto-Cashflow um 24,0 Prozent auf
1,234 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung lag zum 30. September mit
13,687 Milliarden Euro um 383 Millionen Euro über dem Vorquartal. Dieser Anstieg ist unter anderem auf die Veränderung wichtiger Finanzierungswährungen gegenüber dem Euro mit einem Effekt von 0,5 Milliarden Euro und auf Akquisitionen in Höhe von 0,4 Milliarden Euro zurückzuführen.

Performance im Dreivierteljahr weiter verbessert

Im Dreivierteljahr konnte der Bayer-Konzern seine operative Performance weiter verbessern. Der Umsatz im fortzuführenden Geschäft stieg um 2,7 Prozent auf 24,995 (24,345) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Zuwachs von 7,2 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 4,1 Prozent auf 5,574 (5,355) Milliarden Euro und das EBIT vor Sondereinflüssen um 3,5 Prozent auf 3,636 (3,513) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis für die ersten 9 Monate belief sich auf 1,613 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert von 4,644 Milliarden Euro war zum einen geprägt durch die Erlöse aus der Veräußerung des Diagnostika-Geschäfts, von H. C. Starck und Wolff Walsrode sowie zum anderen durch einen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Steuerertrag. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie verbesserte sich auf 3,46 (3,09) Euro.

Gesicherte Perspektiven für die Bayer-Mitarbeiter

Zu den Zukunftsperspektiven des Unternehmens äußerte sich Wenning optimistisch. Zwar sei die künftige Entwicklung der Finanzkrise sehr schwer einzuschätzen, doch habe sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Finanzstatus des Konzerns. "Insbesondere haben wir die Finanzierung der Schering-Akquisition von Beginn an solide ausgerichtet. Daher haben wir derzeit keinen Refinanzierungsbedarf - und was in den nächsten Jahren fällig wird, wollen wir aus dem operativen Cashflow bedienen", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Allerdings berührt uns natürlich das gesamtwirtschaftliche Umfeld." Es stehe außer Frage, dass die tiefgreifenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten die weltweite wirtschaftliche Entwicklung zunehmend belasten und erhebliche zusätzliche Risiken für die Realwirtschaft bergen.

Wenning wies darauf hin, dass die Krise auch zu einer Verunsicherung der Belegschaft beitrage: "Gerade in diesen Zeiten müssen wir daher besonders an unsere Mitarbeiter denken." Das Unternehmen werde alles tun, um auf die nachvollziehbaren Sorgen um die persönliche und finanzielle Situation einzugehen. Besonders wichtig sei die Sicherheit des Arbeitsplatzes: "Wir bei Bayer haben bereits seit Jahren Gesamtbetriebsvereinbarungen abgeschlossen, die betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland - derzeit bis zum Jahresende 2009 - ausschließen", hob Wenning hervor. Darüber hinaus wolle der Konzern auch zukünftige Gehaltsentwicklungen im bisher üblichen Rahmen vornehmen. Auch die zusätzliche betriebliche Altersversorgung der Bayer-Mitarbeiter sei sicher: "Spekulatives Verhalten gehört nicht zur Anlagestrategie unserer Pensionskassen."

Ausblick für 2008 bestätigt

"Trotz des erwarteten schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds im vierten Quartal bestätigen wir unseren Jahresausblick für 2008", sagte Wenning. Das Unternehmen prognostiziert weiterhin eine Steigerung des währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatzes von über 5 Prozent - was einem Umsatz von rund 33 Milliarden Euro entspräche. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sowie die bereinigte EBITDA-Marge sollen gegenüber 2007 weiter verbessert werden.
"Die Entwicklung unseres HealthCare-Geschäfts schätzen wir unverändert zuversichtlich ein. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir in allen Divisionen währungsbereinigt mit oder über Markt wachsen werden", so Wenning. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen solle in Richtung 27 Prozent verbessert werden.

Für das CropScience-Geschäft wird auch im 4. Quartal ein insgesamt positives Marktumfeld erwartet. Vor diesem Hintergrund geht Bayer weiter davon aus, den Jahresumsatz währungs- und portfoliobereinigt um deutlich über 10 Prozent zu steigern und die bereinigte EBITDA-Marge auf ca. 25 Prozent zu verbessern.

Für MaterialScience wird im 4. Quartal eine weitere Abschwächung des wirtschaftlichen Umfelds erwartet - und im Vergleich zum 3. Quartal 2008 ein weiter rückläufiges Ergebnis. Bezogen auf das Gesamtjahr rechnet der Teilkonzern daher mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen, das deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Dennoch soll MaterialScience auch 2008 ein gutes, wertschaffendes Ertragsniveau erwirtschaften.

Wenning: "Wir bleiben auf Kurs"

Bayer sei trotz der Finanzkrise und der schwächelnden Konjunktur auf Kurs, betonte der Vorstandsvorsitzende. "Für uns zahlt sich aus, dass inzwischen rund 70 Prozent unseres Geschäftes - nämlich die Bereiche Gesundheit und Landwirtschaft - unabhängiger von der Konjunktur sind." So bestätige das Unternehmen für 2009 das Ziel einer EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen für HealthCare und CropScience in der Größenordnung von 28 Prozent bzw. 25 Prozent. Bei MaterialScience sei allerdings mit einem Rückgang des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA zu rechnen. "Für den Gesamtkonzern wollen wir das EBITDA vor Sondereinflüssen auch im kommenden Jahr weiter verbessern", fasste Wenning zusammen. Die Prognose für 2009 soll bei der Bilanzpressekonferenz am 3. März konkretisiert werden.


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Letzte Änderung am 27.07.2016 13:43 von leverkusen.
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