Stadtplan Leverkusen
13.08.2009 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Historische "Fußfallstationen" werden restauriert


Letzter Ortstermin bei der Sommertour „Grüner Fächer" innerhalb der Regionale 2010 war heute die Gezelinkapelle in Schlebusch.
Dort hatten bis 1993 sieben steinerne Kreuze, so genannte „Fußfallstationen", gestanden, die aus dem Jahre 1750 stammten. Sechs von ihnen wurde zerstört, nur eins steht heute noch in der großzügigen Grünanlage an der Kapelle. Aus Mitteln des Projekts „Grüner Fächer" sollen sie jetzt restauriert und – eingebettet in eine neu gestaltete Grünfläche – 2010 der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Grünplaner Manfred Witowski vom Fachbereich Stadtgrün, Stadtplaner Dr. Daniel Zerweck und Gregor Schier von der Unteren Denkmalbehörde erläuterten heute gemeinsam mit Dr. Hans-Gerd Metzinger, Mitglied im Kirchenvorstand der katholischen Pfarrgemeinde von St. Andreas und für die CDU in der Bezirksvertretung Schlebusch aktiv, wie die Idee für das Projekt entstand und mit welcher Unterstützung es umgesetzt wird.
Sieben Fußfallstationen als historischer Pilgerpfad Einleitend stellte Gregor Schier von der Unteren Denkmalbehörde die historischen Zusammenhänge dar:
In frühchristlicher Zeit entwickelte sich in Rom der Brauch, den Leidensweg Christi durch einen Bußgang zu den sieben Hauptkirchen Roms nachzuvollziehen. In Anlehnung an diesen Brauch wurde an insgesamt sieben Stationen – meistens Holz- oder Steinkreuze – in Erinnerung an die „sieben Schmerzen Mariä" kniend der Kreuzweg gebetet. Ursprünglich, so Schier, waren die Schlebuscher Fußfallstationen wohl im Bürgerbusch zwischen der Gezelinkapelle und der Schlebuschrather Kirche als Pilgerweg angelegt. Dann fanden sie ihren heutigen Platz hinter der Gezelinkapelle. Diese wiederum wurde im 15. Jahrhundert an der Stelle gebaut, an der der Altenberger Mönch Gezelinus im 12. Jahrhundert mitten in einer schrecklichen Dürre eine Quelle zum Sprudeln gebracht haben soll.
Pfarrgemeinde St. Andreas ergriff Initiative - Politik und Denkmalschutz unterstützten Hans-Gerd Metzinger von der Pfarre St. Andreas ergänzt: „Die Idee, die zerstörten Fußfallstationen wiederherzustellen, stammt aus der Pfarrgemeinde St. Andreas, doch fehlten uns immer die Mittel, dieses Vorhaben umzusetzen." Er sei froh, so Metzinger, dass es jetzt mit Hilfe der Politik sowie der städtischen Denkmalschützer und Planer gelingen werde, die kulturhistorisch so wertvollen Kreuze endlich wieder orginalgetreu herzustellen. 1984 waren sowohl die Gezelinkapelle als auch die Fußfallstationen in die Denkmalliste der Stadt eingetragen worden.
Die Bezirksvertretung III finanzierte daraufhin 2008 aus seinen „kleinen Investitionsmitteln" ein Gutachten, das den Aufwand der Restaurierung ermittelte. Die benötigten 50.000 Euro für die Restaurierung sollen nun als Regionale 2010 Maßnahme zu 80 % vom Land NRW getragen werden. Die restlichen Kosten tragen Kirchengemeine und Stadt gemeinsam.
Stadtgrün wertet die Grünanlage im Dhünntal auf Innerhalb des Grünen Fächers sei die Wiederherstellung der Fußfallstationen und die Aufwertung der sie umgebenden Grünanlage mitten im Dhünntal ein kostbarer kleiner Mosaikstein, so Witowski. Dem Grünen Fächer geht es um die Aufwertung der drei prägenden Flüsse Rhein, Wupper und Dhünn als Natur- und Naherholungsraum. Die Gezelinkapelle mit den Fußfallstationen gebe Zeugnis über die historischen und modernen Verbindungen zwischen denen an der Dhünn gelegenen Ortschaften Altenberg, Schlebusch und Alkenrath ab.
Der Fachbereich Stadtgrün startet 2010 im Rahmen seiner Unterhaltungstätigkeit mit vegetationstechnischen Arbeiten rund um die Grünanlage. Die sieben Fußfallstationen werden mit Dornenhecken umpflanzt.
„Die Restaurierung der Fußfallstationen und die Neugestaltung der Grünanlage sind wir der 2007 renovierten Gezelinkapelle schuldig", so die Initiatoren. Schon jetzt zieht die noch immer sprudelnde Quelle des seligen Gezelinus die Menschen täglich in Scharen zur Kapelle, um dort das Quellwasser abzufüllen.


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Letzte Änderung am 15.08.2016 14:57 von leverkusen.
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