Stadtplan Leverkusen
22.09.2010 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Kanalsanierung mit Inlinern, die grabenlose Zukunft



Wenn der Schlauch mit Druckluft aufgestellt ist, wird eine Kette aus UV-Lampen eingezogen, die den Kunstharz zwischen den Folien aushärten
Wenn zwischen zwei Kanalschächten ein maßgefertigter, harzgetränkter Gewebeschlauch in den Kanal eingezogen, mit Wasser oder Luftdruck aufgestellt und mit Licht ausgehärtet wird, nennen das die Technischen Betriebe Leverkusen „Inlinersanierung“ und reparieren auf diese Weise Kanäle, ohne sie „aufmachen“ zu müssen. Sinnvoll ist das vor allem, wenn die Substanz des Kanals noch in Takt ist und die Dimension des Rohres für die anfallenden Wassermengen ausreicht. Größere Baustellen und lang andauernde Verkehrsbehinderungen werden auf diese Weise vermieden.

Zudem ist die so genannte Sanierung auch bei ökologisch schwierigen Randbedingungen einsetzbar. So zum Beispiel in diesem Frühjahr am Mathildenhof in Leverkusen – Steinbüchel, wo der Kanal mitten durch den Ophovener Weiher verläuft und eine offene Bauweise starken Einfluss auf das umliegende Landschafts- bzw Gewässerschutzgebiet gehabt hätte.

Beim Inliner-Verfahren wird zuerst der Kanal gereinigt, mit einer Kamera untersucht und eventuelle Hindernisse entfernt. Dafür werden kleine kompakte Robotereinheiten verwendet, die mit Hochdruck Düsen, einer hoch auflösenden Kamera, oder einem Fräskopf ausgerüstet sind.

Dann wird zwischen zwei Schächten ein maßgenau vorgefertigter Gewebeschlauch in den bestehenden Kanal eingezogen und mittels Wasser- oder Luftruck „aufgestellt“. Dieser so genannte „Inliner“ besteht aus einer Außen- und einer Innenfolie zwischen der sich ein Trägermaterial aus Nadelfilz- oder Glasfasergewebe befindet. Werkseitig wurde Harz in diese Schicht eingebracht, welches nun mit Wärme oder Licht zur Reaktion gebracht wird, um vor Ort auszuhärten. So entsteht quasi ein neues Rohr im alten Kanal.

Durch Einsatz von Hightech Produkten bei diesem innovativen Verfahren wird erreicht, dass bei dünner Wandstärke eine sehr hohe Belastbarkeit erzielt und der freie Querschnitt nur geringfügig verändert wird.

Alle zuvor gesicherten Hausanschlüsse können umgehend wieder geöffnet und somit die Beeinträchtigung der Anlieger so gering wie möglich gehalten werden. Diese Anschlussbereiche werden später mittels Robotertechnik saniert. Auch die betroffenen Schachtbauwerke werden von innen aufgearbeitet bzw. abgedichtet.

Die Sanierung mittels Inlinertechnik ist auch für den privaten Bereich der Grundstücksentwässerung anwendbar.

Auf der Seite der Technischen Betriebe Leverkusen www.tbl-leverkusen.de sind ein Animationsfilm und viele Informationen zu dieser Thematik eingestellt. Es finden regelmäßig Informationsveranstaltungen für die Bürger statt.

Daten und Fakten
Gesamtsanierung: 580 Meter (inkl. Lucasstraße)
Dimensionen: DN 250 – 400 mm
Stutzensanierung: 30 Stck.

Schachtsanierung (Gerinne neu bzw. Fugensanierung, Beschichtung des aufgehenden Mauerwerkes): 10 Stück in Tiefen von 1,20 – 3,00 Meter,
Haltung Lucasstraße: DN 250 B 60 Meter mit zwei Stutzen

Gesamtkosten: 120.000 Euro
Bauzeit: 5 Wochen

Fakten und Infos zur Sanierung von Kanälen
allgemein und in Leverkusen

Allgemein:

- 60% aller Kanäle in Deutschland sind älter als 25 Jahre
- 20% aller Kanäle in Deutschland sind älter als 50 Jahre
- 20% befinden sich in den Zustandsklasse ZK0 – ZK2
ð sofortiger- bzw. kurzfristiger Handlungsbedarf
- Schäden:
• schadhafter Anschluss
• Riss
• undichte Muffe
• Einwurzelung
• Abflusshindernis
• Lageabweichung
• Korrosion

- Um eine ganzheitliche Sanierung zu betreiben und das Netz zu erhalten, müssen nicht nur die Haltungen und Stutzen betrachtet werden, sondern auch die Schächte, die ebenfalls dieselben Strukturen (s.o.) aufweisen!

Leverkusen:

- Sanierung seit 2002 (Wasserschutzgebiet Rheindorf) erst über Betrieb, dann Neubauabteilung
- viele Städte und Gemeinden haben sich mit diesem Thema noch gar nicht, oder nur wenig beschäftigt
- Weiterbildung von drei Mitarbeitern über vier Wochen zum „zertifizierten Kanalsanierungsberater“

- saniert seit 2002:
• 15 km Kanäle mit Inlinern, Kurz- und Langrohren
• 300 Schächte
Erneuerung der Gerinne, Beschichtung der Wandungen in Handarbeit
• 500 Stutzen
Robotertechnik: Hutprofilen bzw. durch Verpressung des Ringraumes
• Gesamtkosten ca. 3 Mio. Euro
nur ca. 1/3 der Kosten als in „offener Bauweise“


Bilder, die sich auf Kanalsanierung mit Inlinern, die grabenlose Zukunft beziehen:
21.09.2010: Kanalsanierung mit Inlinern

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Letzte Änderung am 15.12.2015 15:56 von leverkusen.
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