Stadtplan Leverkusen
20.09.2011 (Quelle: Landschaftsverband)
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Erfolgreich gestartet: Integratives Bistro im Wildpark Reuschenberg


Anlässlich eines Besuchs des Sozialausschusses des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) hat die Betreiberin des Bistros Wildpark Reuschenberg, die IntegraL gGmbH, nach rund einem halben Jahr Betrieb eine erste positive Bilanz gezogen. Eine große Zahl von Gästen besuchten in den ersten Monaten Wildpark und Gastronomie, in der fünf Beschäftigte in Küche, Service und Reinigung arbeiten. Drei von ihnen sind Menschen mit einer Behinderung. Ein weiterer Arbeitsplatz soll noch mit einer Person mit Handicap besetzt werden.

"Wir erhalten viel Zuspruch von unseren Gästen. Und wenn die spontanen Rückmeldungen mal nicht so positiv sind, nehmen die Beschäftigten das als Ansporn, zu lernen und besser zu werden", freute sich Harald Mohr, Geschäftsführer der IntegraL gGmbH.

Die IntegraL - eine Tochtergesellschaft der Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen / Rhein-Berg gGmbH - ist vom LVR offiziell als Integrationsunternehmen anerkannt. Die nötigen Investitionen für die Schaffung von vier Arbeitsplätzen für Menschen mit Handicap förderten der LVR und das Land Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 80 000 Euro. Mit 200.000 Euro förderte die Stadt Leverkusen das Projekt, aus Mitteln des Konjunkturpakets der Bundesregierung.

Um sich über die Erfahrungen des Integrationsunternehmens zu informieren, besuchte der LVR-Sozialausschuss am Dienstag den Bistro-Neubau im Wildpark Reuschenberg. "Integrationsunternehmen sind ganz normale, wirtschaftlich selbstständige Unternehmen, die sich auf dem Markt behaupten müssen. Zum wirtschaftlichen Betriebszweck kommt jedoch noch der soziale Anspruch, Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive zu geben", erläuterte die Vorsitzende des LVR-Sozialausschusses, Cornelia Schmerbach. "Im Wildpark-Bistro hat die Hälfte der Belegschaft ein Handicap. Aber die gemeinsame Arbeit für den Gast klappt, das Team arbeitet erfolgreich. Das Bistro ist damit, wie die anderen 85 erfolgreich arbeitenden Integrationsunternehmen im Rheinland, ein Beleg dafür, dass Inklusion gelingen kann."

Mit der Übernahme des Wildparks, dem Bau und der Gründung des Bistros sei es gelungen, gleich mehrere Ziele zu verfolgen, erläuterte IntegraL-Geschäftsführer Harald Mohr: "Der von der Schließung bedrohte Wildpark bleibt der Bevölkerung erhalten und die Attraktivität dieses wichtigen Naherholungsbereichs wird deutlich gesteigert. Es wurden neue Arbeitsplätze geschaffen, für Menschen mit und ohne Behinderung. Und durch die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten - von Ausflugsgaststätte über Kindergeburtstag und Beerdigungskaffee bis Seminarbetrieb - sprechen wir ganz unterschiedliche Besuchergruppen an. Im Bistro Wildpark Reuschenberg ist daher die Begegnung unterschiedlicher Menschen mit und ohne Behinderung alltäglich und ,normal'".

Ähnlich sieht es auch der Leverkusener Sozialdezernent Frank Stein. Die Kommune hat dem Integrationsunternehmen nicht nur den Wildpark kostenfrei für 35 Jahre verpachtet, sondern sich auch mit 200.000 Euro an den Gesamtkosten für Bau und Ausstattung des Bistros beteiligt. "Der Wildpark ist eine traditionsreiche und gerade bei Familien sehr beliebte Freizeiteinrichtung, und damit der ideale Ort für die Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Handicap. Für die Stadt Leverkusen ist dieses Zusammenleben und -arbeiten ein zentrales sozialpolitisches Anliegen. Wir sind daher stolz auf das Projekt Wildpark Reuschenberg, das ein Stück gelebte Inklusion darstellt."

Einer von denen, die im Wildpark-Bistro einen Arbeitsplatz gefunden haben, ist Patrick Hirsch. Der 24-Jährige arbeitet als Beikoch. Trotz Berufsausbildung war es dem Absolventen einer Förderschule aufgrund seiner anerkannten Schwerbehinderung bisher nicht gelungen, einen Arbeitsplatz zu finden. Seit Februar arbeitet er nun im Wildpark-Bistro und kommt dort, nach entsprechender Einarbeitung, sehr gut zurecht. Inzwischen kann er fast alle Gerichte der Speisekarte selbstständig zubereiten. Gern sucht er auch den direkten Kontakt zu den Gästen:
"Es macht Spaß, wenn den Leuten das Essen schmeckt, das ich gekocht habe. Ich komme gut zurecht und bei dem, was ich noch lernen muss, bekomme ich Unterstützung. Ich bin sehr froh über diese Arbeit", sagt Patrick Hirsch.

Die IntegraL gGmbH ist das erste Integrationsunternehmen in Leverkusen, erläuterte LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache. Rheinlandweit arbeiten in den 87 Integrationsunternehmen rund 2.300 Menschen; mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen und Männer mit einer Schwerbehinderung. Der LVR fördert die Beschäftigung von Menschen mit Handicap in Integrationsunternehmen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe. Sie wird von den Arbeitgebern gezahlt, die ihrer gesetzlichen Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen nicht oder nur unzureichend nachkommen.


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Letzte Änderung am 18.07.2015 15:06 von leverkusen.
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