Stadtplan Leverkusen
25.05.2012 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Einweihung Ludwig-Rehbock-Anlage


Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hielt soeben zur Einweihung der technischen Bauwerke in der Ludwig-Rehbock-Anlage folgende Rede

"Sehr geehrter Bezirksvorsteher Schiefer,
sehr geehrter Herr Grunwald,
meine sehr geehrten Damen und Herren aus Politik und Verwaltung,
meine sehr geehrten Damen und Herren,


ich begrüße Sie ganz herzlich zur Einweihung eines Bauwerks, das zusammen mit den zwei Brücken der Rehbockanlage ein Ensemble bildet, und sich so wohl in keiner zweiten Stadt noch ein zweites Mal findet.

Denn: Wo sonst kann man schon über die Wupper gehen, am Fuß der Himmelsleiter ankommen und diese hinaufsteigen, ohne vorher das Zeitliche gesegnet zu haben.

Die Brücke über die Wupper, die Himmelsleiter und eine kleine Gewölbebrücke zwischen Wupper und Wiembachallee sind nicht nur die kürzeste Wegeverbindung zwischen Tallage und Bergischem Land, sie sind auch Teil des Regionale-Projekts „WupperWandel“ und historisch bedeutsam.

Die Städte Leverkusen und Leichlingen haben gemeinsam mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis und fachlich begleitet durch den Wupperverband dieses Projekt gemeinsam entwickelt. Die Regionale 2010 bot die einmalige Chance für diese vom Land geförderte Kooperation. Weitere Projekte wie die Balker Aue oder die Schiffsbrücke in der alten Wuppermündung werden noch in diesem Jahr fertiggestellt und eingeweiht. Auch hier an der Rehbockanlage stehen die vegetationstechnischen Arbeiten noch aus, sie werden bis zum Ende des Jahres durchgeführt.

Doch zunächst zum Baulichen, denn dort hatte sich im Laufe der Jahre ein Zwang zum Handeln ergeben. Dieses Bauwerk hinter mir – so schön es auch vor der Renovierung noch aussah, war im Laufe der Jahre marode geworden, so sehr, dass die in Teilen unterspülte Treppenanlage komplett den Hang herabzurutschen drohte. Mit einer oberflächigen Reparatur war es da nicht getan. Auch wenn der erste Baubeschluss wieder gekippt und die Himmelsleiter nach heftigem Protest aus der Bürgerschaft zunächst noch ein paar Jahre provisorisch gesichert werden konnte, musste sie schließlich doch abgebrochen und eine neue Treppe auf neue Fundamente gebaut werden. Die mit Bruchsteinen verkleidete Kanzel am Kopf der Treppe konnte als Reminiszenz erhalten werden.

Ähnlich überaltert war die Bausubtanz der Wupperbrücke. Sie wurde nach Aussage von Anliegern nach dem Krieg mit gebrauchten Stahlträgern wiederhergestellt. Bei regelmäßigen Brückenprüfungen musste festgestellt werden, dass die fortschreitende Korrosion, insbesondere an der Oberseite der Längsträger nicht mehr aufzuhalten war.

Auch hier lohnte sich keine Reparatur, weil die Substanz schon verrottete.

Ich weiß, dass manchem diese neue Brücke zu wuchtig erscheint. Sie hat aber den großen Vorteil, dass statt vorher fünf jetzt nur drei Pfeiler im Boden versenkt werden mussten und das Bauwerk mit seinen Sitzplätzen zudem Aufenthaltsqualität bietet.

Die Gewölbebrücke zwischen der Straße „Am Weiher“ und der Wupperbrücke war nicht in der Lage, die Baustellenandienung zu tragen. Sie erhielt einen neuen Überbau aus Stahlbeton.

Die Baukosten der drei Bauwerke betragen etwa 1,3 Millionen Euro. 90 Prozent davon trägt das Land aus Mitteln der Städtebauförderung. Der städtische Eigenanteil in Höhe von 130.000 Euro wurde mit Genehmigung der Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung Köln durch die Sparkasse Leverkusen getragen.

Diese hohe Fördersumme konnte nur bewilligt werden, weil das gesamte Ensemble – wie schon erwähnt - zum Regionale-2010-Projekt „WupperWandel“ gehört. Dessen Zielsetzung ist es, den räumlich-historischen Wandel der unteren Wupper von einer frühindustriell geprägten Flusslandschaft hin zu einem natur- und wohnortnahen Erholungsraum beispielhaft zu gestalten und erlebbar zu machen.

Der gesamte Bereich zieht sich vom Neulandpark bis zum Brückenpark Müngsten. Von Müngsten bis zur Stadtgrenze Solingen-Leichlingen hat die Regionale 2006 bereits den Erlebnisweg Wupper gestaltet.

Diesem Vorbild folgend, soll ein attraktiver Wander- und Radweg bis zum Neulandpark fortgeführt werden. Ein wegebegleitendes Vermittlungskonzept wird die wandelvolle Geschichte des Flusses erzählen.

Von den sieben lokalen Schwerpunkten auf diesem Weg von Müngsten bis zur Wuppermündung befinden sich vier auf Leverkusener Stadtgebiet:
• der Wupperübergang zwischen der Rheinebene und dem Bergischen Land mit seiner überdachten Fußgängerbrücke.
• die Rehbockanlage - also diese Anlage hier,
• die Wupperauen bei Leverkusen-Rheindorf und
• die Wuppermündung in den Rhein mit der wieder zu errichtenden Schiffsbrücke.

Die Rehbockanlage ist weniger als ein herausragendes Einzelelement als durch die Häufung historischer Bauten interessant und für den Kenner von großer Bedeutung.

Denn die Begradigung der Wupper machte im neunzehnten Jahrhundert beiderseits des Flusses eine Nutzung für industrielle Ansiedlungen möglich. Diese Entwicklungsmöglichkeiten gingen zeitlich einher mit dem Anschluss Opladens an die Bahnlinie Köln – Wuppertal 1867, die eine moderne Anbindung an den Bergischen Raum schuf.

So siedelte sich am Fuß des Frankenbergs auf beiden Seiten der Wupper und auf der Schusterinsel Industrie an.

Im Gebiet befinden sich überregional bedeutsame historische Gebäude, die größtenteils denkmalgeschützts sind: Das Landratsamt auf dem Frankenberg, die Landwirtschaftsschule an der Düsseldorfer Straße, die Villa Römer, der Friedenberger Hof, unterhalb des Frankenberges das Waldhaus Römer; die ehemalige Villa Voos mit Nebengebäude am Berliner Platz, die ehemalige Weskott’sche Villa am Fürstenbergplatz und das Wohnhaus des Landrat Lucas in der Haus-Vorster-Straße.

Ein Teil dieser Gebäude ist im Laufe der Jahrzehnte auf Grund ihrer repräsentativen Gestaltung, Größe und Lage innerhalb Opladens in eine öffentliche Nutzung überführt worden. Diese historischen Wohnsitze besaßen weitläufige private Hausgärten, die heute teilweise als öffentliche Parks und Grünanlagen dienen.

So ist die Rehbockanlage ein verbindendes städtebauliches Element Opladens. Im engsten Radius um die Rehbockanlage herum wird die Epoche der industriellen Entwicklung sichtbar – und soll im „WupperWandel“ und seiner Wegeführung erlebbar werden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Radfahren oder Wandern am Ufer, Wohnen mit Blick auf den Fluss, Verweilen auf schönen Plätzen am Wasser – all dies waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts eher fragwürdige Ideen an der Wupper. Sie galt als einer der belastetsten Flüsse Europas.

Das ist heute anders. Beides soll der „WupperWandel“ zeigen. Unsere Stadt charakterisiert dieses Regionale-Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht: Es zeigt, wo wir herkommen – aus einer Zeit rasanter industrieller Entwicklung nämlich – und zeigt, wo wir stehen: Immer noch Industriestadt, aber mit großem Freizeit- und Naherholungswert. Auch die noch in diesem Jahr zu eröffnende Schiffsbrücke an der Wuppermündung wird das zeigen.

Ich freue mich, dass uns die Regionale 2010 Gelegenheit gegeben hat, diese städtischen Kleinode von Grund auf neu herzurichten, und ich danke der Sparkasse Leverkusen für ihre großzügige Unterstützung der Rehbockanlage."


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Letzte Änderung am 01.08.2017 08:16 von leverkusen.
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