Stadtplan Leverkusen
16.10.2012 (Quelle: Friedrich Busch)
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Demnächst kein Schienenbonus mehr – Bundesregierung hat jetzt einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt!


Erfreut hat der Leverkusener Bürgermeister Friedrich Busch zur Kenntnis genommen, dass die jetzige Bundesregierung den so genannten Schienenbonus abschaffen will. Für Busch nur folgerichtig: Der Schienenbonus führt bislang dazu, dass bei schalltechnischen Berechnungen für Eisenbahnanlagen der Beurteilungspegel für Lärmschutzmaßnahmen um 5 dB(A) reduziert wird. Das hat zur Folge, dass gegebenenfalls Lärmschutzmaßnahmen unterbleiben oder geringer ausfallen.
Als Begründung für diesen Schienenbonus ist in der Vergangenheit angeführt worden, dass die Geräusche der Bahn weniger störend seien als die des Straßenverkehrs.
Busch: „Eine vollkommen unsachgerechte und nicht mehr zeitgemäße Argumentation. Durch die Entwicklung im Schienenverkehr mit dichten Zugfolgen kommt es auf vielen Strecken kaum noch zu längeren Ruhepausen. Der dichte Güterzugverkehr führt insbesondere in der Nacht zu „Aufweckreaktionen, zu Beeinträchtigungen der Nachtruhe und damit der Regenerationsphase des Körpers“ (Zitat aus dem Gesetzesentwurf vom 25.09.2012).

Busch stellt zunehmend ein Umdenken von Politikern auf allen Ebenen fest:
Dem Thema „Gesundheítsgefährdung“ durch Lärm kann sich heute keiner mehr entziehen.
Einen Haken hat die Sache nach Auffassung von Busch allerdings: Die Abschaffung des Schienenbonus soll erst mit der nächsten Änderung des „Bundesschienenwegeausbaugesetzes“ in Kraft treten, und die erfolgt aller Voraussicht nach erst 2016. Der Schienenbonus trifft auch auf alle diejenigen Maßnahmen nicht zu, bei denen schon ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden ist.
Für Leverkusen bedeutet dies im Klartext: Für die Ausbauplanungen zum Projekt Rhein-Ruhr-Express, bei dem ein Streckenabschnitt von rund 7,4 Kilometern zwischen S-Bahn-Station Bayerwerk und Leverkusen-Küppersteg betroffen ist, gilt der Schienenbonus weiter, da mittlerweile das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden ist.

Dass die Lärmproblematik auch bei den Spitzen von Politik und Bahn angekommen ist, zeigt ein „Hörversuch“, der kürzlich in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Ramsauer und Bahnchef Grube am 1. Oktober 2012 im Bahnhof Bingen stattgefunden hat: 20 aneinandergekoppelte Waggons mit herkömmlichen Graugussbremssohlen gegen 20 Waggons mit den leiseren K-Bremssohlen. Das Ergebnis war vorhersehbar: Die alten Waggons erzeugten einen Schalldruckpegel von rund 90 dB(A), die Waggons mit K-Sohle dagegen 80 dB(A). Eine Verringerung der Lautstärke um 10 dB(A) nimmt das menschliche Ohr wahr wie eine Lärmreduzierung um 50 Prozent.
Die Deutsche Bahn glänzte bei der „Güterzugschau“ weiterhin mit der Ankündigung, dass bis 2012 alle Güterwagen von DB Schenker auf Flüsterbremsen umgerüstet werden. Dies betrifft 60.000 Wagen der heutigen Flotte.
Busch: „Wollen wir hoffen, dass im Interesse der lärmgeplagten Anwohner an Güterzugstrecken die Versprechungen auch eingehalten werden!“


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Letzte Änderung am 02.11.2012 19:10 von leverkusen.
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