Stadtplan Leverkusen
20.11.2012 (Quelle: Bayer)
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Zweites Forum der Initiative BaySEN
Bayer-Personalvorstand Richard Pott: "Wir wollen wertvolles Know-how erhalten"


Rund 230 pensionierte Bayer-Experten bieten ihr Fachwissen konzernweit an
Demografischer Wandel erfordert innovative Programme
Betriebsrat de Win setzt auf lebensphasenorientierte Arbeitszeit und weitere Belastungsreduzierungen

"Wir wollen wertvolles Know-how im Konzern erhalten und freuen uns, dass dem Bayer Senior Experts Network - BaySEN - nach etwa einem Jahr schon rund 230 Bayer-Pensionäre angehören. Sie bieten unserem Konzern ihre Fachkompetenzen und Erkenntnisse aus langjährigen Erfahrungen an", sagt Dr. Richard Pott, Personalvorstand der Bayer AG, auf der zweiten BaySEN-Veranstaltung am 20. November in Leverkusen.

"Der demografische Wandel erfordert kreative und innovative Maßnahmen. Dazu gehört BaySEN ebenso wie unsere Programme zur Gesundheitsförderung für ein langes und attraktives Erwerbsleben", so der Bayer-Personalvorstand. Es sei davon auszugehen, dass der Altersdurchschnitt der Beschäftigten bei Bayer in Deutschland von derzeit 47 auf ca. 49 Jahre im Jahr 2022 steigen werde.
Auch der Anteil der Mitarbeiter, die 60 Jahre und älter sind, werde bis dahin deutlich zunehmen - von aktuell 1 auf 14 Prozent, erklärt Pott. Im Leitenden-Bereich müssten in den kommenden 10 Jahren fast 43 Prozent der Positionen aufgrund von Pensionierungen nachbesetzt werden. "Für Bayer ist es daher enorm wichtig, ausreichend Nachwuchskräfte - Auszubildende, Hochschulabsolventen und Experten - zu gewinnen, die Beschäftigten laufend zu qualifizieren und individuell zu fördern sowie die Vielfalt in der Belegschaft voran zu bringen", hebt Pott hervor. Es gelte, gleitende Übergänge zwischen Bildungs-, Arbeits- und Ruhestandsphasen zu gewährleisten. Dabei setze Bayer beispielsweise auf Arbeitszeitkonten, ein frühes Talentmanagement, aber auch auf Familienprogramme und altersgerechte Arbeitsgestaltung.

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für den Einsatz der Bayer-Senior-Experten haben Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter in einer Konzernvereinbarung geregelt. Thomas de Win, Vorsitzender des Bayer-Gesamtbetriebsrates, erklärt, die Initiative werde nicht für flexible Personaleinsätze bei Strukturmaßnahmen genutzt und freie Stellen würden nach wie vor intern oder durch externe Einstellungen besetzt. Dr. Thomas Fischer, Leiter des Bayer-Sprecherausschusses für Leitende Angestellte, begrüßt es, dass erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Wissen teilen und so das Unternehmen unterstützen wollen. Er unterstreicht, dass Senior-Experten nicht in alte Strukturen und Führungspositionen zurückstrebten, sondern es ihnen wichtig sei, Projekte in den Bayer-Gesellschaften mit voranzutreiben. Dabei nehme die Vergütung nicht den ersten Stellenwert ein.

Die Bayer-Pensionäre sind auf Basis befristeter Verträge durchschnittlich zwei bis drei Wochen tätig. Gefragt waren bisher vor allem Vertriebs- und IT-Experten sowie kaufmännische Expertise. Pensionierte Ingenieure beraten Bayer beispielsweise zu technischen Aspekten bei Produktionsanlagen, organisieren Umfragen zur Optimierung von Stillstandszeiten oder helfen bei der Konzeption einer neuen Anlage im Ausland.

Über das Interesse an erfahrenen Experten und den Zuspruch im Unternehmen freut sich besonders Uly Stroh, Leiterin der BaySEN-Initiative: "Bis heute konnten wir bereits über 40 Einsätze verzeichnen. Aufgrund der vielfältigen Expertisen unserer Pensionäre gibt es sowohl ein zunehmendes Interesse durch die Bayer-Gesellschaften als auch von ehemaligen Beschäftigten, die sich weiter für den Konzern engagieren wollen." Über die Hälfte der Senior-Experten sei erst vor kurzem aus dem Unternehmen ausgeschieden und gehöre der Altersgruppe 61 bis 65 Jahre an. Knapp ein Drittel sei zwischen 66 und 70 Jahre alt und 16 BaySEN-Mitglieder zählten zur Altersgruppe 71 bis 75 Jahre. Als Grundlage für die Auswahl geeigneter Seniorinnen und Senioren diene ein Persönlichkeitsprofil, das die Interessenten in eine spezielle Datenbank eintragen ließen, erläutert Stroh. Jedem bleibe stets freigestellt, ob ein später unterbreitetes Angebot angenommen oder abgelehnt werde.

Das Thema Demografie gehörte in diesem Jahr zu den Schwerpunkten des Tarifabschlusses für die Chemie-Industrie. So wurde unter anderem vereinbart, dass die Unternehmen von 2013 bis 2015 zusätzlich zum vorhandenen Demografiefonds jährlich 200 Euro pro Tarifbeschäftigtem investieren. Bisher stellt Bayer bereits 300 Euro pro Kopf - jährlich insgesamt 4,8 Millionen Euro - zur Verfügung. Über die Umsetzung der tariflichen Vereinbarungen im Rahmen lebensphasenorientierter Arbeitszeitmodelle sowie über Ergänzungen zur Gesundheitsvorsorge aber auch Regelungen zum Thema Pflege wolle der Betriebsrat in Kürze Verhandlungen mit der Unternehmensleitung aufnehmen, so de Win. "Wir Betriebsräte halten es vor allem für notwendig, die vorhandenen Programme zur Belastungsreduzierung für ältere Mitarbeiter insbesondere in körperlich fordernden Tätigkeiten zu erweitern. Entsprechende Regelungen kommen dann auch jüngeren Beschäftigten zugute, da so zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden", betont der Gesamtbetriebsratsvorsitzende.

Im BayKomm trafen sich rund 100 Senior-Experten mit etwa 50 Bayer-Führungskräften zum Gedankenaustausch und zur Diskussion. In seinem Vortrag ‚Altern einmal anders betrachtet‘ sagt Professor Dr. Andreas Kruse, Leiter des Instituts Gerontologie an der Ruprecht-Universität Heidelberg: "Wir stehen vor der Herausforderung, eine veränderte Sicht auf das Alter zu entwickeln." Das häufig verbreitete negative Bild des Alters enge nicht nur die Zukunftsperspektiven älterer Menschen ein, sondern trage dazu bei, dass deren Potenziale nicht genutzt würden. Dies könne sich - so Kruse - eine alternde Gesellschaft wie die deutsche nicht leisten. "Mitverantwortliches Leben wird von den meisten älteren Menschen als eine Quelle subjektiv erlebter Zugehörigkeit, von positiven Gefühlen und Lebensqualität verstanden". Das aktive Engagement für andere sei bedeutsam, darin liege´die Grundlage für eine soziale und gesellschaftliche Teilhabe, betont Kruse.


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Letzte Änderung am 18.05.2013 23:20 von leverkusen.
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