Stadtplan Leverkusen
06.11.2015 (Quelle: Bayer-Coordination)
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Dienstag: Protest gegen CO-Pipeline in Leverkusen


Die Bezirksregierung Köln hat eine Berliner Kommunikationsagentur beauftragt, eine Informationsveranstaltung zur Rhein-Unterquerung der umstrittenen CO-Pipeline zwischen Leverkusen und Dormagen zu organisieren. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat eine Einwendung gegen das Projekt eingereicht und wird am Eingang über die Risiken der Leitung informieren.
An der Veranstaltung selbst wird die CBG nicht teilnehmen. Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Für ergebnisoffene Diskussionen stehen wir gerne zu Verfügung, nicht aber für Alibi-Veranstaltungen zur Akzeptanzförderung. Statt eine PR-Agentur zu engagieren sollte die Bezirksregierung lieber ein reguläres Genehmigungsverfahren durchführen. Die Pipeline wurde vor 50 Jahren für ungefährliche Gase gebaut und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit für den Transport von Kohlenmonoxid umgewidmet – dies ist in Deutschland ohne Beispiel.“

Hintergrund:
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) fordert, die von der Firma COVESTRO (ehem. BAYER MaterialScience) geplante Rheinunterquerung („Düker“) der Kohlenmonoxid-Leitung nicht zu genehmigen.
Der Düker ist Teil einer bereits in den 60er Jahren gebauten Leitung zwischen den BAYER-Werken Leverkusen und Dormagen. Diese wurde jahrzehntelang für den Transport von ungefährlichen Gasen wie Stickstoff und CO2 verwendet. Im Jahr 2001 wurde die Pipeline ohne reguläres Genehmigungsverfahren für giftiges Kohlenmonoxid umgewidmet – ein einmaliger Fall in Deutschland.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hatte Anfang 2014 durch Akteneinsicht bei der Bezirksregierung Köln nachweisen können, dass die Leitung unter dem Rhein schwere Schäden aufweist. Kurz darauf hatte BAYER den CO-Transport auf ein anderes Rohr umgeleitet und den Neubau des Dükers beschlossen.
Eine vor 50 Jahren gebaute Pipeline entspricht nicht dem heutigen Stand der Technik, zumal die Leitung für deutlich ungefährlichere Gase konzipiert wurde. Für die Pipeline ist nie ein worst case-Szenario erstellt worden. Sogar ein Gutachter von BAYER sprach in einem firmeninternen Schreiben von einem Gefahrenbereich von 350 Metern beidseits der Trasse. In diesem Abstand finden sich die Wohngebiete von Wiesdorf, Merkenich, Rheinkassel, Langel, Hitdorf und Worringen.
Die Firma BAYER räumt in den Antragsunterlagen ein, dass eine Explosion „nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden“ könne, was „als katastrophal einzuschätzen“ sei. Mimkes weiter: „Ein solches Risiko ist für die Bevölkerung untragbar und wegen der Möglichkeit einer dezentralen Kohlenmonoxid-Produktion in den einzelnen Werken auch nicht notwendig“.
Dipl.-Ing. Bernhard Wening, seit 1991 Sachverständiger für Gasleitungen und bis 2012 „Leiter Qualität und Regelsetzung“ bei RWE, ergänzt: „Die damalige Umwidmung der Kohlendioxid-Leitung auf den Transport von Kohlenmonoxid ohne umfangreiche Sicherheitsvorgaben halte ich für äußerst unsachgemäß. Gefahrstoffe wie CO sollten nur im Labormaßstab transportiert und ansonsten am Ort ihres Verbrauchs produziert werden“.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert eine Stilllegung der gesamten CO-Leitung von Dormagen nach Leverkusen. Der Verband kritisiert zudem, dass für den Düker ein einfaches Plangenehmigungsverfahren gewählt wurde. Ein reguläres Genehmigungsverfahren müsste die gesamte Leitung von Dormagen bis Leverkusen umfassen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhalten.

Ort: Bürgerhalle Leverkusen-Wiesdorf, Hauptstraße 150
Beginn der Veranstaltung: 10. November, 18.30 Uhr
Treffen: ab 17.30 Uhr am Eingang


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Letzte Änderung am 07.11.2015 23:05 von leverkusen.
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