Stadtplan Leverkusen
19.01.2017 (Quelle: Internet Initiative)
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Rheinbrücke, Deponie, Tunnel statt Stelze?


Für Politiker eher ungewöhnlich - ohne eine Forderung zu stellen oder sich selbst zu loben - beschreibt Ratsherr Keneth Dietrich (LevPartei) per Pressemitteilung völlig unaufgeregt die gestrige Straßen.NRW-Info-Veranstaltung in Wiesdorf (Veranstaltung vorgestern in Bürrig):

"Es ist beschlossene Sache: Die Autobahn wird ausgebaut. In Leverkusen ist man sich noch nicht so richtig sicher ob man sich darüber freuen oder verzweifeln soll.
Denn der Neubau der Rheinbrücke sowie der sukzessive Ausbau der A1 wird aus Leverkusen eine Großbaustelle machen. Mit einem solchen Großprojekt wird die Zukunft praktisch in Beton gegossen.
Straßen.NRW. möchte bei solch einem Projekt den Bürger auf seiner Seite wissen und veranstaltet deswegen Diskussionsrunden und eine Infomesse. Ca. 100 Menschen fanden sich am 18.01. bei einer solchen Diskussionsrunde im Bürgerhalle Wiesdorf ein.
Zunächst stellt Straßen.NRW. die Planung vor, erläuterte unter welchen Kriterien die Planung erfolgte und wie der Eingriff in die Altlast Dhünnaue geschehen soll. Nach dieser Einführung wurde die Diskussion eröffnet.
Die Resonanz aus der Bevölkerung fiel sehr unterschiedlich aus. Niemand mag die Aussicht neben einer Großbaustelle zu wohnen, aber wenige bestreiten die Notwendigkeit der Baumaßnahme. Beim Thema der Altlast Dhünnaue wird die Diskussion emotionaler, man spürt Misstrauen gegen Industrie und Politik. Straßen.NRW. will dem Transparenz und höchste Sicherheitsstandards entgegensetzen. Zuallerletzt ergreift OB Uwe Richrath das Wort für ein Statement der Stadt, er mahnt dabei zu Fairness.

Bauprojekt Rheinbrücke
Zwar soll die A1 bis zum Kreuz Leverkusen erneuert werden aber nur für den ersten Teil steht die Planung fest. Dieser erste Teil umfasst die Rheinbrücke und das Kreuz Leverkusen-West und die Anbindung an die A59. Damit wieder Fahrzeuge, die schwerer als 3.5 Tonnen sind, den Rhein bei Leverkusen überqueren können, soll möglichst schnell mit dem Bau einer neuen Rheinbrücke begonnen werden.
Neben der alten Brücke soll deswegen die erste Hälfte einer neuen Brücke errichtet werden.
Straßen NRW rechnet mit einer Bauzeit von 3 Jahren pro Brückenhälfte.
Für den Umbau müssen auf der Altlast Dhünnaue ca. 230.000 m³ Material bewegt werden davon 90.000 m³ unterschiedlich stark belastetes Material.
Die Autobahn soll auf wachsenden Verkehr vorbereitet sein, dementsprechend ist der geplante Anschluss der A59 dimensioniert. Der Umbau soll unter Verkehrslast erfolgen, dass heißt dass die Autobahn während der gesamten Bauzeit befahrbar bleibt. Außerdem wird die Möglichkeit offen gelassen, im nächsten Bauabschnitt einen Tunnel zu errichten.

Der Bürger und die Industrie
Die Entsorgung des belasteten Materials aus der Dhünnaue soll öffentlich ausgeschrieben werden. Kritik kommt dafür aus dem Publikum das die lokale Industrie, die für einen Großteil der stark belasteten Abfälle verantwortlich ist, sich Ihrer Verantwortung entzieht. Es stößt auf Unmut, dass belastetes Material nun mit Steuergeld entsorgt werden soll.
Für den Schutz der Gesundheit der Menschen soll mit umfassenden Sicherheitsvorkehrungen gesorgt werden. Alle Bauarbeiten in der Deponie sollen unter Zelten durchgeführt werden, Fahrzeuge die die Baustelle verlassen, müssen durch eine Waschstation. Für extrem belastetes Material sollen Spezialcontainer zur Verfügung stehen.
Alles sei so ausgelegt dass niemand mit belastetem Material in Berührung kommen muss, verspricht Straßen.NRW.
Auf die Frage ob alle Gefahrstoff-Messungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, konnte Straßen.NRW noch keine Antwort geben.
Auch die sogenannte Kombilösung, eine “kleine” Rheinbrücke mit einem Bypasstunnel für den Durchgangsverkehr, wurde in Betracht gezogen. Laut Straßen.NRW. erfüllt diese Variante allerdings nicht die Kriterien bei Bauzeit, Preis und Verkehrskapazität. Auch der Eingriff in die Altlast Dhünnaue wäre damit nicht abzuwenden.
Die Befürworter der Kombilösung haben Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht. Dort könnten die Richter den Eingriff in die Deponie unter der Dhünnaue noch untersagen. Darüber was in einem solchen Fall passieren würde, will Straßen.NRW. nichts sagen.
Die nächste Veranstaltung von Straßen.NRW. findet am 7 Februar im Forum Leverkusen statt."


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Letzte Änderung am 12.03.2017 14:20 von leverkusen.
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