Stadtplan Leverkusen
10.08.2010 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Bypass im Kanalsystem verhindert Abwassereinleitungen bei außergewöhnlichen Wassermengen


Umgangssprachlich würde man es Überlaufventil bezeichnen, die korrekte Bezeichnung ist Verzweigungsbauwerk: In der Nähe der Reuschenberger Mühle verbindet seit kurzem ein Kanal von 15 Metern Länge und 70 Zentimetern Durchmesser den Schmutzwasserkanal des Wupperverbandes (Wuppersammler) mit dem städtischen Kanalnetz. Damit das Wasser erst dann in das Ableitungsrohr übertritt, wenn der Wuppersammler randvoll ist, trennt eine 75 Zentimeter hohe Schwelle die beiden Leitungen. Durch den relativ geringen Durchmesser der neuen Leitung wird außerdem sichergestellt, dass maximal 800 Liter pro Sekunde in den Bürriger Kanal übertreten und er diese Abwassermenge problemlos verkraften kann. Zur Feinjustierung können Aluminiumbalken auf die Schwelle gelegt und mit einem Schieber die Verbindungsleitung ganz oder teilweise geschlossen werden. Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf etwa 150.000 Euro.

Nötig war das neue Bauwerk, weil der biologischen Reinigungsstufe des Gemeinschaftsklärwerks Leverkusen maximal 2,1 Kubikmeter Abwasser pro Sekunde zugeführt werden können. Ging bisher die aus den Kanalnetzen zufließende Abwassermenge darüber hinaus, erfolgte ein Abschlag vom Klärwerk in die Dhünn. Die Bezirksregierung Köln lässt das nicht mehr zu, also musste weiterer Stauraum mit einer Notentlastung geschaffen werden.

Statt ein teures Regenrückhaltebecken zu bauen, staut der Wupperverband hierzu im vorhandenen Volumen des mannshohen Wuppersammlers zwischen Reuschenberger Mühle und Bürrig. Ist - etwa bei Wolkenbrüchen mit gleichzeitigem Wupperhochwasser- die Kapazität des Wuppersammlers kurzzeitig ausgeschöpft, kann ein kleiner Teil des Abwassers durch das Verzweigungsbauwerk in den Staukanal Bürrig fließen. Bei nachlassendem Regen wird das dort zwischengespeicherte Wasser gedrosselt zum Klärwerk geleitet. Erst wenn das Volumen auch dieses Staukanals ausgeschöpft sein sollte, wird überschüssiges Wasser in die Dhünn geleitet. Es ist dann aber so verdünnt, dass es von der Dhünn verkraftet werden kann.

Die an das Gemeinschaftsklärwerk angeschlossenen Städte (Solingen, Leichlingen, Burscheid, Wermelskirchen, Bergisch-Gladbach, Leverkusen) haben in den vergangenen Jahren bereits große Regenüberlaufbeckenvolumina innerhalb ihrer Kanalnetze gebaut. Dadurch erfolgt bereits jetzt an vielen Stellen ein Rückhalt im Kanalsystem, so dass der maximale Zufluss zum Klärwerk von 2,1 Kubikmetern pro Sekunde nur noch selten überschritten wird. Die Verbindung zwischen Wuppersammler und Staukanal Bürrig wird deshalb voraussichtlich nur bei extremen Verhältnissen nötig sein.


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Letzte Änderung am 30.07.2011 11:22 von leverkusen.
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