Stadtplan Leverkusen
20.04.2005 (Quelle: Bayer)
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Bayer MaterialScience holt den Rinspeed "Senso" erstmals nach Deutschland


Ein "Auto für alle Sinne" im Blütenmeer
Eine Million Euro teure Fahrzeugstudie am 1. Mai auf der Landesgartenschau


Steine des Anstoßes im Steinbruch: Die äußere Fahrzeugform des "Senso" macht bewusst Anleihen bei der Architektur, wie sie Menschen über Jahrhunderte geschaffen haben – und schlägt damit eine spannungsgeladene Brücke zwischen Mobilien und Immobilien.
Kann es für ein "Auto für alle Sinne" einen schöneren Ort geben als inmitten der Blütenpracht der Landesgartenschau? Wohl kaum. So holt Bayer MaterialScience den rund eine Million Euro teuren Rinspeed "Senso" zur Deutschlandpremiere am Sonntag, 1. Mai 2005, anlässlich des "Bayer-Tages" auf die Landesgartenschau nach Leverkusen. Das gemeinsam mit der Schweizer Design- und Konzeptschmiede Rinspeed erstmals vor wenigen Wochen auf dem Genfer Autosalon präsentierte Concept Car wird zwischen dem Restaurant "Wacht am Rhein" und der Heimstatt des Vereins für Kanusport e.V. (Nähe Laga-Eingang Rheinufer) alle Sinne der Besucher ansprechen.

Seit der Premiere in der Schweiz sorgt die außergewöhnliche Autostudie für Aufsehen: Weltweit berichteten die Medien über den "Senso". Über 100.000 Internetseiten brachten den Wagen auf den Daten-Highway, und mehr als 120 Millionen Zuschauer in aller Welt sahen ihn über den Bildschirm flimmern.

Das Fahrzeug fasziniert Fachleute ebenso wie "normale" Autobegeisterte.
Denn der mit umweltfreundlichem Erdgas betriebene "Senso" ist das wohl "sinnlichste" Auto der Welt: "Senso" "erfühlt" den Fahrer, misst also seine biometrischen Werte - und wirkt dann mittels Mustern, Farben, Musik und Düften positiv auf den Lenker. Der Grund: Ein ausgeglichener Fahrer fährt einfach sicherer.

Dahinter steckt eine ausgefeilte Sensorik-Idee, das Herzstück des Gefährts: Für die Datenerhebung zeichnen gleich mehrere Sensoren verantwortlich. So misst eine biometrische Polar-Uhr die Pulsfrequenz des Fahrers. Eine "Mobile Eye"-Kamera registriert sein Fahrverhalten, also wie und wie häufig er die Fahrspur wechselt und wie dicht und schnell er auf vorausfahrende Autos auffährt. Nun - so die Vision - wertet ein Bordrechner die erhobenen Daten aus und schließt mit Hilfe spezieller Algorithmen auf den momentanen Gemütszustand des Fahrers.

Die Entwickler des Concept Car sprechen nicht ohne Grund von "Zen-Sorik" - in Anspielung auf fernöstliche Meditation. Denn auf Basis der errechneten Werte erhält der Pilot nun die sinnansprechenden Impulse, um ihn in einen Zustand entspannter Aufmerksamkeit zu versetzen. Die Idee der kommunizierenden Oberflächen stammt von Dipl.-Des. Andreas Fischer, der am Institut für Informatik der Universität Zürich in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie der Universität Innsbruck das "zenMotion-Konzept" kreiert hat. Ausgangspunkt für die Entwicklung waren Untersuchungen der Wissenschaftler, die sich mit der emotionalen Wirkung von bewegten Mustern auf den Menschen befassen. Im "Senso" rücken - je nach momentaner Verfassung des Fahrers - vier kleine LCD-Bildschirme stimulierende (orange/gelb), beruhigende (blau/violett) oder neutrale (grün) Farbmuster ins Blickfeld des Fahrers. Sie sind eingefügt in die futuristisch gestaltete Innenverkleidung, die als gesamte Fläche leuchtet und das Cockpit in ein blendfreies, ambientes Licht taucht.

Eine neuartige Leuchtfolientechnik macht es möglich, die von Bayer MaterialScience und dem Schweizer Elektronik-Spezialisten Lumitec entwickelt wurde. Diese so genannte Smart Surface Technology feiert damit Weltpremiere im automobilen Einsatz. Bayer-Autospezialist Johannes Seesing: "Wir zeigen im 'Senso', welch atemberaubende Möglichkeiten sich für Autodesigner mit dieser neuen Technologie auftun. Denn das glimmende Material lässt sich in jede beliebige Form bringen und verzichtet dabei auf Glühbirnchen oder LEDs." Die Hightech-Oberfläche erstrahlt computergesteuert je nach angelegter Spannung in den Farben grün, blau oder orange.

Verstärkung erhalten die optischen Reize durch eigens komponierte Klänge, die auf einem Rechner digital gespeichert sind. Neben Auge und Ohr wird auch die Nase über vom Geruchs-Spezialisten CWS/Voitino entwickelte Düfte, die der Lüftung entströmen, angesprochen. Vanille-Mandarin wirkt dabei beruhigend, während eine Citrus-Grapefruit-Note eher der Stimulation dient.
Und selbst der Tastsinn des Menschen wird eingespannt: Stellt der Zentralrechner Müdigkeitssymptome beim Fahrer fest, so sollen im Sitz integrierte Elektromotoren ihn - im wahrsten Sinnes des Wortes - wachrütteln.

Doch der "Senso" hat nicht nur innere Werte. Würde er nicht auch beim polarisierenden Design neue Wege beschreiten, trüge er nicht den Familiennamen "Rinspeed". Die äußere Fahrzeugform macht bewusst Anleihen bei der Architektur, wie sie Menschen über Jahrhunderte geschaffen haben - und schlägt damit eine spannungsgeladene Brücke zwischen Mobilien und Immobilien. Der zweiteilige Heckaufbau erinnert dabei an kühne Dachkonstruktionen und tiefe Häuserschluchten. Das Spiel von Radien und scharfen Kanten ist eine Reminiszenz an formschöne Industriearchitektur.

Bei der Realisierung der Formen kommen Hightech-Werkstoffe zum Einsatz, bei der Karosserie beispielsweise voll-recycelbare Composite. Die markante Speedster-Scheibe - wie auch die an eine moderne Hochhausfassade erinnernde Heckpartie - besteht aus Makrolon®, einem hochwertigen Polycarbonat. Im Vergleich zu herkömmlicher Automobilverscheibung ist das kratzfest beschichtete Material fast um die Hälfte leichter und dabei deutlich bruchsicherer - und bietet Designern völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Ein derart atemberaubender Body hüllt sich natürlich in Extravagantes, das nicht von der Stange zu haben ist: Der seidenmatt-schillernde Effektlack des "Senso" mit den in den Bayer-Labors entwickelten Lackrohstoffen ist ein Maßanzug, den es so nur ein einziges Mal für die Designschmiede Rinspeed gibt. Ein Softfeel-Klarlack im Interior verleiht dem gleichen Farbton zusätzlich noch eine angenehm weich anfühlende Oberfläche.

Angetrieben wird der 1385 Kilogramm leichte "Senso" von einem 3,2-Liter Boxermotor aus dem Porsche Boxster S, der für den Einsatz im "Senso" auf Betrieb mit Benzin und Erdgas umgerüstet wurde. So strömen aus dem Auspuff bis zu 30 Prozent weniger umweltschädliches CO2. Der Grund: Erdgas ist ein extrem sauber verbrennender Treibstoff, der beinahe völlig aus Methan besteht und fast keinen Schwefel enthält. Der Motor leistet 250 PS/184 kW bei 6 200 U/min und produziert ein maximales Drehmoment von 300 Nm bei 4 600 U/min. Für die Kraftübertragung zur Hinterachse sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe. Damit beschleunigt der "Senso" in 5,9 Sekunden von 0 - 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

"Es ist mehr der Mensch, der im Mittelpunkt des Automobils stehen sollte und nicht immer mehr die Technik", bringt Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht (49) die Grundidee des jüngsten Concept Car-Sprosses auf den Punkt. Und Bayer-Autospezialist Johannes Seesing (51) ergänzt: "Zusammen mit unseren Partnern in der Automobilindustrie forschen und arbeiten wir bereits heute am Auto von morgen. Der 'Senso' ist ein herausragendes Beispiel für unkonventionelle Ideen und angewandtes Querdenken."

Den Menschen in den Mittelpunkt stellen, unkonventionelle Ideen Realität werden lassen durch "angewandtes Querdenken" - so entsteht beeindruckendes Neues, z.B. ein zukunftsweisendes Automobilkonzept oder eine wunderschöne Landschaft auf einem ehemaligen und heute abgesicherten Deponiegelände.


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Letzte Änderung am 28.06.2017 09:11 von leverkusen.
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